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21. Januar 2012



Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag

jw

Schlitz
Vielen Schlitzern ist vermutlich gar nicht bewusst, dass Schlitz auch eine jüdische Geschichte hat. Seit dem 19. Jahrhundert lebten Juden in Schlitz.

Im Jahre 1930 wohnten in Schlitz nachweislich 44 Juden, 19 Männer und 25 Frauen. Jüdisches Leben gehörte damals zum Schlitzer Alltag dazu, so kauften z. B. auch Nichtjuden am Grabenberg koscheres Fleisch. Es gab sogar eine Synagoge und auch heute noch sichtbar den jüdischen Friedhof. Durch die Nationalsozialisten fand das jüdische Leben in Schlitz ein jähes Ende. Die Schlitzer Juden verließen die Stadt. Viele von ihnen wurden Opfer des Holocaust.

Deshalb soll es am internationalen Holocaustgedenktag, dem 27. Januar, eine Gedenkveranstaltung im Rahmen des Schlitzer Jubiläumsjahres geben. Denn auch die jüdische Vergangenheit gehört zur 1200-jährigen Geschichte von Schlitz. Die Gedenkveranstaltung am 27. Januar beginnt um 18 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus. Dort wird es eine Einführung zum Thema geben. Anschließend werden in einem Rundgang vier Orte ehemaligen jüdischen Lebens in Schlitz aufgesucht, an denen Informationen zur jüdischen Vergangenheit des Ortes geboten werden.

Bei schlechten Witterungsverhältnissen wird dieser Rundgang virtuell im Gemeindehaus durchgeführt. So soll erfahrbar werden, wie jüdisches Leben einmal zum Schlitzer Alltag dazu gehörte. Der Rundgang dauert etwa 45 Minuten. Den Abschluss bildet eine Gedenkveranstaltung in der Stadtkirche, in der 27 Namen von Schlitzer Juden, die durch den Holocaust den Tod fanden, genannt werden, um ihrer zu gedenken.



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