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Fulda & Region

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Unangekündigter Busstreik trifft Fahrgäste


FULDA Die Arbeitsniederlegung im öffentlichen Nahverkehr hat am Mittwoch auch die Region Fulda schwer getroffen.


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Die Gewerkschaft Verdi hatte zum unangekündigten Arbeitskampf im öffentlichen Dienst aufgerufen, um ihrer Forderung nach mehr Lohn und besseren Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer mehr Nachdruck zu verleihen. Das Klinikum Fulda informierte die Öffentlichkeit über den Warnstreik seiner Angestellten am Tag zuvor. Völlig unerwartet hat dagegen die Arbeitsniederlegung im öffentlichen Nahverkehr die Bürger aus Fulda und Region getroffen.

Geduldig sitzt Nevin Özkun aus Fulda am Busbahnhof. Die 56-Jährige kommt von der Arbeit und wartet auf den Bus. Doch dieser kommt nicht. Stattdessen ertönt eine Lautsprecherdurchsage: „Wegen eines Warnstreiks findet heute kein Busverkehr statt.“ Bis eben dachte sie noch, dass die Busse eingeschränkt fahren würden, doch sie wird enttäuscht. „Ich finde das nicht in Ordnung“, klagt sie, auch wenn sie die Forderung der Busfahrer nach mehr Geld nachvollziehen könne. Am Morgen schon habe sie sich von ihrem Schwiegersohn zur Arbeit fahren lassen müssen. Da dachte sie noch, dass die Busse wegen der Wetterlagen ausfallen würden. Nun muss sie wegen des Streiks nach Hause laufen.

So wie Nevin Özkun ist es am Mittwoch vielen Fahrgästen in der Region ergangen. Laut Verdi-Sprecher Horst Leibach streikten 100 Busfahrer der ÜWAG-Verkehrsgesellschaften (ÜVG), von ÜWAG-Bus, der Fuldaer Busgesellschaft (FBG) und Verkehrsgesellschaft Region Fulda (VGF) unangekündigt. Dies kritisierte der Leiter der ÜWAG-Verkehrsbetriebe, Thomas Lang: „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Gewerkschaft auf dem Rücken der Fahrgäste ihre überzogenen Forderungen durchzusetzen versucht.“

Lang:
Absolute Rücksichtslosigkeit

Da es am Dienstagabend noch hieß, dass die Busse der ÜWAG fahren würden, traf der Streik viele unerwartet. Dass dennoch ein – wenn auch sehr eingeschränkter – Busverkehr stattfand, ist der Verkehrsbetriebe- und Servicegesellschaft (VBR) in Neuhof zu verdanken, die einige Fahrten im Landkreis anbot.

Verdi-Sprecher Leibach sieht hier jedoch die Schuld bei den Arbeitgebern: „Warnstreiks sind kurzfristig angelegt und in Osthessen ist tagtäglich mit ihnen zu rechnen.“ Die Geschäftsführer hätten sich seiner Meinung nach fahrlässig verhalten. Das sieht man auf Arbeitgeberseite ganz anders. „Gerade bei dem kalten Winterwetter ist dieser unangekündigte Warnsteik eine absolute Rücksichtslosigkeit und Unverantwortlichkeit gebenüber den Fahrgästen“, sagt Lang.

Auch am Fuldaer Klinikum kam es am Mittwoch zu einem Streik. Dieser war jedoch angekündigt. „Etwa 80 bis 100 Teilnehmer haben an der Auftaktkundgebung teilgenommen und sind dann nach Frankfurt zur Großdemo gefahren“, sagt Angelika Kappe von Verdi Osthessen. Die Pressesprecherin des Klinikums Barbara Fröse sprach hingegen von 40 bis 50 Teilnehmern. Bezüglich der Versorgung von Patienten sei es zu keinen Engpässen gekommen. Harald Jeguschke, Vorstand des Klinikums Fulda, sagte: „Die Patientenversorgung wurde nicht beeinträchtigt. Keiner wurde abgewiesen.“ Den Streik sieht Jeguschke neutral: „Die Verhandlungen sind nicht immer pragmatisch. Es gibt dogmatische Positionen auf beiden Seiten. Ob das immer der Sache dienlich ist, möchte ich nicht kommentieren.“

Von unserer Volontärin
Claudia Köhler

Veröffentlicht am 03.02.2010 15:42 Uhr
Zuletzt aktualisiert am 03.02.2010 18:37 Uhr


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  • Wirklich frech...
    geschrieben am 05.02.2010 11:13

    Wirklich frech finde ich einen Großteil dieser Kommentare. Da werden von der Regierung den Hoteliers 1 Millarde hinterher geschmissen und wenn jetzt schlecht bezahlte und hart arbeitende Krankenschwestern, Erzieherinnen oder Busfahrer einen kleinen Ausgleich für ständig steigende Lebenshaltungskosten wollen, werden sie hier beschimpft! Das macht aber wohl deutlich, dass sie im Alltag vieler Menschen und für die Volkswirtschaft wichtiger sind, als überbezahlte, sogenannte "Leistungsträger"...

    Autor: kruse-hw
    Beiträge 2
  • Regierung
    geschrieben am 06.02.2010 08:29

    Zum Thema Regierung: Überall wo man hinhört hat keine die Regierung gewählt keiner wills gewesen sein aber wieso sind die dann dran?

    Autor: Apfelsack
    Beiträge 11
  • Bald neuen Betreiber/Anbieter??!!
    geschrieben am 04.02.2010 22:52

    Laut meiner Kenntnis wird der Busverkehr ,im Stadtgebiet Fulda, bald ausgeschrieben. In etwa 2-3 Jahren wird dann der günstigste Anbieter den Zuschlag für den ÖPNV in Fulda erhalten. Wenn die ÜWAG dann zu hohe Personalkosten hat kann Sie nicht mithalten. Bei einem anderen Unternehmen müssen dann die Fahrer für einen richtig armseligen Lohn arbeiten. Das nennt man dann Wettbewerb. So wie auch auf Vogelsberg- + Rhönbahn ab 2012. Dort fährt dann die HLB. Die Kinzigtalbahn wird auch ausgeschrieben.

    Autor: michael-74
    Beiträge 2
  • Man kann sich wehren
    geschrieben am 04.02.2010 20:37

    Liebe Steffi,das Streikrecht ist im Grundgesetz verankert.Die Kunden und Patienten können nichts ändern aber sich beschweren.Ändern können das die betroffenen Beschäfftigten nur selbst.Wie heist es so schön "Hilf dir selbst,dann hilft dir Gott".Also nicht nur jammern sondern selbst was tun.Wer nimmt den Rücksicht auf die Beschäfftigten?Niemand und die Kunden lassen ihren Unmut auch noch an den Fahrern oder auch dem Pflegepersonal aus,obwohl die am wenigsten für den schlechten ÖPNV usw. können.

    Autor: Buerger
    Beiträge 111
  • Vergleich
    geschrieben am 05.02.2010 09:18

    Ich kann Kunden und Patienten nicht vergleichen, wenn ein Patient Unmut zeigt dann oft aufgrund seiner Krankeit und nicht weil er das Pflegepersonal schikaniern will, wenn ich an der Bushaltestelle steh und es kommt kein Bus weil die streiken bin ich auch zornig aber bei der Pflege ist die Versorgung auch bei einem Streik gewährleistet das ist ein erheblicher unterschied.

    Autor: Steffi
    Beiträge 53
  • Buerger
    geschrieben am 04.02.2010 21:50

    Erstens ammere ich nicht, ich gehe gerne meinem Beruf nach auch trotz schlechter Bezahlung, wissen sie undankbare rüchsichtslose Patienten gibt es nicht vor allem nicht bei Sterbebegleitung die Liebe und Dankbarkeit die man da zurückbekommt ist durch kein Geld, keine Lohnerhöhung der Welt ersetzbar.

    Autor: Steffi
    Beiträge 53
  • Verdi Streik
    geschrieben am 04.02.2010 11:55

    Streik muss wehtun sonst merkt es keiner.Was sollen den die Fahrer machen?Ein Fähnchen ins Fenster klemmen und weiter fahren.Solange alles läuft wie immer,wacht niemand auf.Und warum wird immer den Busfahrern,Lokführern,Pflegepersonal Bescheidenheit und Rücksicht auf die Allgemeinheit gepredigt?Weil wir alle auf sie mehr oder weniger angewiesen sind,aber nicht bereit das entsprechend zu honorieren.

    Autor: Buerger
    Beiträge 111
  • verkehrt
    geschrieben am 04.02.2010 14:53

    Es trifft die Falschen, der Streik mag auf der einen Seite in Ordnung sein aber er trifft nicht die Arbeitgeber sondern die Kunden und was bitte kann ich tun damit mein Busfahrer mehr Geld bekommt? Ich arbeite 30 Jahre in der Pflege was können die Patienten tun damit ich mehr Geld bekomm??? Rücksicht kann man nicht erwarten , weil alles für selbstverständlich hingenommen wird. Ich bin auch auf den Bus angewiesen.

    Autor: Steffi
    Beiträge 53
  • Beschweren
    geschrieben am 04.02.2010 20:14

    Als Bürger und Nutzer der Dienstleistungen kann man etwas tun.Sich bei den verantwortlichen beschweren und nicht noch auf den Betroffenen rumhacken wenn diese versuchen ihre schlechte Situation zu ändern.Was wäre den die Folge eines Streiks in der Pflege es würde die Situation und die miserable Bezahlung erstmal einer breiten Öffentlichkeit zugetragen.Immer nur kuschen bringt nämlich gar nichts.Und die Gewerkschaften haben über HJahe gekuscht und wundern sich heute über den Mitgliederschwund.

    Autor: Buerger
    Beiträge 111
  • bekannt
    geschrieben am 04.02.2010 21:42

    lieber guter Mann es ist seit Jahren bekannt wie schlecht die Pflegeberufe und andere bezahlt sind, wenn das die Öffentlichkeit noch nicht weiß der lebt wohl auf dem Mond.Wir arbeiten trotz schlechter Bezahlung gerne in unserem Beruf und das hat nichts mit kuschen zu tun es gibt andere die haben wesentlich weniger Geld. Immer höhere Forderungen wo soll das hinführen?

    Autor: Steffi
    Beiträge 53
  • Na und ?
    geschrieben am 04.02.2010 11:12

    Der ÖPNV in Fulda ist derart unattraktiv, da er nur AuA's wirklich bedient, die Auszubildenden (Schüler) und die Armen (die kein KFZ haben). Der Rest fährt mit dem PKW. Gründe ? Viele. In Frankfurt gibt es Informationsdisplays an den Haltestellen. Naja, das geht in FD, nicht, die ÜWAG und die Stadt können es einfach nicht. Man kann den ÖPNV attraktiv machen, man will nur in FD nicht. Der Streik ist voll in Ordnung und längst überfällig gewesen.

    Autor: MythenMetzger
    Beiträge 111
  • ÖPNV am Ende
    geschrieben am 03.02.2010 22:00

    sicherlich sind so manche forderungen durchaus berechtigt. das weiß ich auch aus gesprächen mit fahrern. andererseits sollten viele menschen , in deutschland, sich endlich mal zufrieden zeigen. jeder jammert immer nur noch herum und beklagt sich. ganz egal ob ihm 400 oder 4000 euro monatl. zur verfügung stehen.--die fahrer bringen oftmals eine ziemlich beschiessene scheiss egal mentalität an die arbeit mit. sie haben z. b. keine ahnung wie ein ticket nach frankfurt gelöst wird,- die leistung ...

    Autor: michael-74
    Beiträge 2
  • frech?
    geschrieben am 03.02.2010 19:51

    bei diesem Artikel stelle ich mir die Frage: Was ist frech? Ausgerechnet an einem Tag wie diesem, nach solch einem Unwetter, im dicksten Winter seit Jahren, ein Warnstreik des öffentlichen Nahverkehrs? Da klingt ja der Ruf nach "nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel" wie blanker Hohn. Wen trifft es? die Bürger, die KUNDEN
    Meine Meinung: unangemessenener Tag für einen Streik ..nö, finde ich nicht Kundenfreundlich

    Autor: U.S.
    Beiträge 20
  • Bus-Streik
    geschrieben am 03.02.2010 19:15

    Forderungen berechtigt, Streik in Ordnung. Aber: Absolut falscher Zeitpunkt! Und wen trifft es mal wieder am härtesten? Leute die sich kein Auto leisten können und ausschließlich auf den Öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind(beispielsweise Kinder, Arbeitslose und Rentner). Bitte das doch in Zukunft bei der Streikplanung auch zu bedenken!

    Autor: ForrestGump
    Beiträge 2
  • Veränderungen!
    geschrieben am 03.02.2010 19:12

    Ehrlich gesagt, ist der Streik angemessen. Der öffentlichen Nahverkehr sollte in Fulda auch die Zeiten bessere Regeln, zwei mal in der Stunde? Alle 30 Min. ein Bus? Es war früher viel besser geregelt! Es ist schon primitiv genug das die Bussen nur bis 22.30 Uhr fahren!


    Meltem Ö.

    Autor: Meltem
    Beiträge 1
  • streik
    geschrieben am 03.02.2010 18:38

    ich finde es eine frechheit weil nicht nur ältere menschen sind auf den bus angewiesen dank dieses streiks kam ich nicht an die arbeit und niergendswo hin ich finde sowas echt unverschämt un muss sagen die busfahrer gehören gekündigt es gibt genug arbeitslose busfahrer die gerne den job nehmen weil ich kann net immer unangekündigt streiken das geht um den besten willen einfach nur zu weit

    Autor: kruemel
    Beiträge 1
  • tja Prinzessin
    geschrieben am 03.02.2010 19:21

    Streik bedeutet halt Arbeitskampf und da ist nun mal die Verweigerung der Arbeitskraft das übliche Mittel. Mit solchen Hetzparolen, die jedem Arbeitnehmer klarmachen sollen, dass er ja eh ersetzbar sei und es genug unterwürfigeren Ersatz für ihn gebe, qualifiziert man sich dann doch höchstens für seichtes Stammtischgeschwätz.

    Autor: hans
    Beiträge 11
  • Klaus
    geschrieben am 03.02.2010 18:26

    Ein Warnstreik muss da ansetzen wo es weh tut! Insofern sind die Maßnahmen genau richtig! Der einzig Rücksichtlose ist Lang selbst!

    Autor: Klaus
    Beiträge 26
  • Blödsinn
    geschrieben am 04.02.2010 07:41

    Wen trifft denn der Streik ? Leute die auf den Bus angewiesen sind, die zur Arbeit müssen. Sie sollten auch bedenken das die Busse von Scvhwerbehinderten Menschen genutzt werden die zu den Werkstätten müssen und die damit wenn ein Bus nicht kommt überfordert sind.
    Es geht definitiv auf Kosten anderer die nichts dafür können. Das kann so nicht sein.

    Autor: Steffi
    Beiträge 53
  • Die Falschen...
    geschrieben am 03.02.2010 23:22

    Es trifft aber nicht die Arbeitgeber, sondern die zahlenden Kunden. Wenn die vergrault werden, braucht Fulda bald noch weniger Busfahrer.

    Autor: wolf767
    Beiträge 17
  • Streik
    geschrieben am 03.02.2010 17:26

    Die Forderungen im Öffentlichen Dienst sind berechtigt. Allerdings sollte man die Streiks im Personenverkehr und in den Straßendiensten während der Schneeperiode aussetzen. Man kann nicht erwarten das die Bevölkerung es gut heißt wenn die Straßen von Schnee und Eis nicht gereinigt werden nur weil Verdi streikt. Ebenso kann eine alte Frau auch nicht verstehen wenn ihr Bus nicht kommt, auf den sie angewiesen ist. Eine Lohnforderung auf Kosten der Sicherheit kann nicht der richtige Weg sein

    Autor: Apfelsack
    Beiträge 11
  • Streikrecht
    geschrieben am 04.02.2010 09:48

    "Das Tarifvertragssystem ist darauf angelegt, die strukturelle Unterlegenheit der einzelnen Arbeitnehmer beim Abschluss von Arbeitsverträgen durch kollektives Handeln auszugleichen und damit ein annähernd gleichgewichtiges Aushandeln der Löhne und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Funktionsfähig ist die Tarifautonomie folglich nur, solange zwischen den Tarifvertragsparteien ein ungefähres Gleichgewicht - Parität besteht."
    "Bundesverfassungsgericht" für diejenigen hier die es abschaffen wollen.

    Autor: fiffi
    Beiträge 2
  • Streikrecht
    geschrieben am 06.02.2010 08:21

    Es soll nichts abgeschafft werden, da haben sie wohl einiges falsch verstanden. Im Übrigen bin ich selbst bei Verdi und im Öffentlichen Dienst. Was mir aber nicht das Recht gibt egoistisch zu denken.

    Autor: Apfelsack
    Beiträge 11


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