(27.6.) Neue Attraktion im Vogelsberg: Das „Vulkaneum“ öffnet am 1. Juli

22. Juni 2017
Schotten

Acht Jahre nach der Präsentation eines richtungsweisenden Gutachtens ist es nun bald so weit: Das „Vulkaneum“ in Schotten ist (nach seiner offiziellen Einweihung am Vortag) nun ab dem 1. Juli auch für die Öffentlichkeit zu besuchen. Das neue Erlebnismuseums will das größte zusammenhängende Vulkangebiet Europas erlebbar machen.

Im „Vulkaneum“ werden die Vulkane des Vogelsbergs wieder zum Leben erweckt“, heißt es in einer Mitteilung, die unter anderem der Vogelsbergkreis verschicken ließ. Mit der Publikumseröffnung des neuen Erlebnismuseums werde „das größte zusammenhängende Vulkangebiet Europas erlebbar gemacht“. Das neu gebaute Gebäude befindet sich direkt in Schotten (Adresse: Am Vulkaneum 1). Es soll weniger als Museum denn als Informations- und Erlebniseinrichtung dienen.

„Die Museographie gibt auf zwei Stockwerken einzigartige Einblicke in die imposante Vergangenheit dieser Region und präsentiert die Jahrmillionen dauernde Geschichte spannend und lebendig. Gleichzeitig werden die Besonderheiten des Naturparks mit der Vielfalt seiner landschaftlichen Schönheiten dargestellt. Ab dem 1. Juli 2017 ab 10 Uhr ist der Vogelsberg um eine außergewöhnliche Attraktion reicher.“ Das Erlebnismuseum zähle dann „zu den eindrucksvollsten Highlights im hessischen Mittelgebirge Vogelsberg“.

Das „Vulkaneum“ bietet eine interaktive Erlebnisausstellung mit zwölf Stationen, die das komplexe Thema Vulkanismus anschaulich erklären. Eingesetzt werden unter anderem Multi-Media-Installationen, inszenierte Räume, interaktive Exponate und Experimentierstationen. „Durch die Kombination aus Wissen und Unterhaltung ist das Vulkaneum für alle, die das komplexe Thema Vulkanismus in phantasievoller Form kennenlernen möchten“, erklären die Betreiber.

Erfahren Sie hier in der Museographie alles zum „Vukaneums“-Konzept:

Gäste und Besucher wird die Tourist-Information der Stadt Schotten zukünftig im eintrittsfreien Eingangsbereich ausführlich beraten sowie über die ganze Destination Vogelsberg informieren. Zudem hat man dort einen Museums-Shop mit Produkten aus der Region untergebracht. „Das Vulkaneum ist ein eindrucksvolles Leuchtturmprojekt auf dem Weg zum nationalen Geopark!“, hofft nicht nur die Stadt Schotten.

Das „Vulkaneum“ will nach Angaben der Betreiber kein Vulkan-Museum im eigentlichen Sinne sein, keine große Ansammlung der schönsten Vulkangesteine zeigen. Motto des „Vulkaneums“ ist vielmehr „Ich steh’ auf Vulkan“. Es will auch die Vielfalt des grünen Vulkans, des Hoherodskopf, des Gipfels des Vogelsbergs, ein mit Buchen dicht bewaldetes Gebiet, zeigen. Das „Vulkaneum“ möchte ausdrücklich auf besonders faszinierende Orte im Vogelsberg hinweisen.

Der Eröffnung des „Vulkaneums“ ging jedoch mindestens eine achtjährige unmittelbare Planungs- und Bauphase voraus. Im September 2009 hatten der Vogelsberg- und der Wetteraukreis erklärt, dass sie zusammen mit der kleinen Stadt Schotten das Thema Vulkanismus für ihre (touristische) Vermarktung künftig stärker nutzen wollen. „Wir wollen uns bundesweit bekanntmachen“, hatte der Sprecher des Vogelsbergkreises, Erich Ruhl, damals gesagt.

(27.6.) Neue Attraktion im Vogelsberg: Das „Vulkaneum“ öffnet am 1. Juli

Der Vogelsberg ist das größte Vulkanmassiv auf dem europäischen Festland. Das Basaltmassiv erstreckt sich über 2400 Quadratkilometer – das sind elf Prozent der hessischen Landesfläche – und berührt sechs Landkreise: neben Vogelsberg und Wetterau auch Gießen, Main-Kinzig-Kreis, Fulda und Marburg-Biedenkopf. Geologen, die mit dem Gutachten über Möglichkeiten des Vulkanismus-Themas zur Tourismus-Werbung beauftragt wurden, identifizierten 24 Geotope, die sich als Sehenswürdigkeiten eignen.

Zwar ruht der Vulkan seit sechs Millionen Jahren, doch Experten rechneten bereits zu „Vulkaneums“-Planungsbeginn mit 100.000 Besuchern jährlich im Infozentrum. Berechnungen zufolge sind durch das Thema Vulkanismus jedes Jahr drei Millionen Euro an Wertschöpfung erzielbar. „Das Vulkaneum kann nicht nur zusätzliche Wertschöpfung in die Region bringen, sondern auch zu einem weithin ausstrahlenden Imagefaktor werden“, wurde Projektleiter Harald Kunze schon 2009 zitiert.

Öffnungszeiten/Tickets: Das „Vulkaneum“ ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Am Wochenende macht es eine Stunde später auf (10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro. Ermäßigt kostet der Eintritt für Personen mit Einschränkung, Schüler, Studenten und Senioren mit Ausweis 6 Euro. Kinder (bis 6 Jahre) haben freien Eintritt. Schulklassen bezahlen pro Schüler inklusive einer Führung (nur mit Voranmeldung) 4 Euro. Der Gruppenpreis beträgt (ab 6 Personen) 6 Euro. Zudem gibt eine Familienkarte für Eltern/Großeltern mit Kindern/Enkeln für 18 Euro. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.vulkaneum.com.

(27.6.) Neue Attraktion im Vogelsberg: Das „Vulkaneum“ öffnet am 1. Juli

Hintergrund Vulkan-Region Vogelsberg: Sie umfasst ein Gebiet von rund 60 Kilometern Durchmesser. Es reicht von Laubach im Westen bis kurz vor Fulda im Osten, von Alsfeld im Norden bis Nidda im Süden. Neben dem Vogelsbergkreis umfasst es etwa die Hälfte der Landkreise Gießen und Wetterau und Teile des Main-Kinzig-Kreises. Der Naturpark Hoher Vogelsberg entstand bereits in den 50er Jahren und ist heute der älteste Deutschlands.

Die Vulkanregion ist ein heterogenes Gebiet, kein kreisrunder Vulkan mit einem zentralen Krater. Die Region ist vor 20 Millionen Jahren entstanden und war zehn Millionen Jahre lang aktiv. Dabei spien die Schlote an verschieden Stellen Lava in die Luft. Nach Erlöschen der Vulkane nagten Wind und Wetter an den Gebirgen. Es entstand eine vielfältige Basalt-Landschaft. Höchste Erhebung ist der 764 Meter hohe Hoherodskopf bei Schotten. / sar mit dpa-Material

Hier steht das neue „Vulkaneum“: