Fast jeder Deutsche hört Musik im Auto – das kann allerdings teuer werden

12. August 2015
München/Region

Nur ein Prozent der Deutschen verzichtet auf Musik im Auto – die Mehrheit singt und trommelt munter mit. Außer bei Helene Fischer oder Rammstein: Dann wird umgeschaltet. Schön und gut – so lange die Musik nicht zu laut ist. Dann muss man nämlich mit Bußgeldern rechnen.

Wer sagt, dass Autofahren langweilig ist? Zumindest nicht, wenn Musik läuft. Dann geht das Temperament mit den Deutschen durch, zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Online-Automarkts AutoScout24. Fast drei Viertel (73 Prozent) singen begeistert mit und die Mehrheit trommelt auch gerne aufs Lenkrad (52 Prozent). Vor allem viele Frauen hält es kaum im Sitz: Jede Vierte tanzt hinter dem Steuer (22 Prozent).

Wenn man andere beobachtet, die in ihrem Auto mit der Musik mitgehen, stößt dies auf Sympathie (38 Prozent). 37 Prozent lächeln belustigt und nur drei Prozent finden so ein Verhalten peinlich. Es darf also ungeniert weiter Musik genossen werden, solange man den Verkehr nicht aus den Augen lässt.

Das Fenster runter kurbeln und lauter drehen, das macht ein Drittel gerne mal. Und selbst das kommt überwiegend gut an und steht für Spaß am Leben (41 Prozent). Die Mehrheit ist aber auch der Meinung, solche Leute wollen auffallen (57 Prozent). Dann sollte man lieber nicht Helene Fischer oder Rammstein hören, denn bei diesen Interpreten geben jeweils 35 Prozent der Autofahrer an, sofort den Radiosender zu wechseln. Auch Metallica ist für 30 Prozent unerträglich.

Keine Musik gibt’s nicht: Zwei Drittel hört vor allem Radio

Fast alle Deutschen hören Musik im Auto. Nur ein Prozent der Fahrer verzichtet darauf. Im Fahrzeug ist das Radio das am meisten genutzte Medium. 60 Prozent aller Befragten hören überwiegend Radio während der Fahrt. Mit weitem Abstand folgen das Musikformat mp3 (16 Prozent) und die Audio-CD (12 Prozent). Das eigene Smartphone verbindet ein Zehntel (10 Prozent) der Fahrer mit der Musikanlage im Auto.

Nur noch 0,3 Prozent der Autofahrer nutzen überwiegend die Musikkassette (MC). Auch wenn die gute alte Kassette nicht mehr als Hauptmusikquelle dient, gibt immerhin fast ein Fünftel (19 Prozent) an, manchmal noch Kassette im Auto zu hören. Sie hat also noch nicht ausgedient und kommt gelegentlich noch in älteren Fahrzeugen zum Einsatz.

Vorsicht mit der Lautstärke!

Aber auch, wenn es noch so viel Spaß macht, mit lauter Musik und eventuell offenem Fenster herumzukurven: Ungefährlich ist es nicht. Laut Straßenverkehrsordnung muss die Lautstärke im Fahrzeug so angepasst sein, dass das Gehör nicht beeinträchtigt wird.

„Lautstärke ist eine Ablenkung. Wenn man aufgrund der Lautstärke jemanden anhält, kann man davon ausgehen, dass die Aufmerksamkeit nicht mehr voll auf dem Verkehr ist“, erklärt Polizeisprecher Martin Schäfer. Außerdem sei es egal, ob man im Garten mit zu lauter Musik eine Party feiere oder im Auto die Musik zu laut gestellt habe: „Das ist genauso Lärmbelästigung“, so Schäfer weiter. Fahrer dürfen in diesen Fällen mit einem Verwarnungsgeld rechnen.

Problematischer wird es dann noch, wenn man aufgrund der Lautstärke wirklich den Verkehr nicht mehr uneingeschränkt wahrnehmen kann: Wenn zum Beispiel ein Hupen eines anderen Fahrzeuges oder sogar ein Martin-Horn nicht mehr gehört wird, gefährdet man sich selbst und andere Menschen akut. Letzteres kann Bußgelder oder sogar eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.

Im Falle, dass es wegen eines überhörten Geräusches zu einem Unfall kommt, kann es außerdem passieren, dass Versicherungen ihre Leistungen kürzen, wenn laute Musik als Ursache festgestellt werden kann. / pm,len