Starke Schneefälle bringen Verkehr auf der A7 und in der Rhön zum Erliegen

13. Januar 2017
Fulda/Schlitz

Sturmtief Egon ist am Freitagmorgen stark einsetzender Schneefall im Landkreis Fulda gefolgt. Der Schulunterricht wurde aber in Fulda nicht generell abgesagt. Das Chaos auf etlichen Straßen setzte dann gegen 7.30 Uhr am Morgen ein.

Update: Auf der Wasserkuppe hat es insgesamt 40 Zentimeter Neuschnee gegeben. Streckenabschnitte auf der Hochrhönstrasse, die B 279 zwischen Schönau und Gersfeld und der Franzosenweg zwischen Oberelsbach und Wüstensachsen mussten gesperrt werden.

Auf der Autobahn A7 ist der Verkehr an den Landesgrenze zu Bayern in beiden Fahrtrichtungen aufgrund des starken Schneefalls nahezu zum Erliegen gekommen, sagte ein Polizeisprecher in Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung am Freitagmorgen gegen 9.30 Uhr. Etliche Lastwagen seien dort liegen geblieben.

Die Polizei musste später die A7 zwischen dem Rasthof Uttrichshausen und Bad Brückenau-Volkers voll sperren. Mehrere querstehende Lastwagen mussten geborgen werden. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Gegen 10.30 Uhr machte die Polizei dann Hoffnung, dass es langsam weiter gehen kann:

Auf der A7 von Fulda in Richtung Würzburg war zwischen Bad Brückenau/Wildflecken und Bad Kissingen/Oberthulba schon vor 10 Uhr stockender Verkehr auf einer Länge von zehn Kilometern vermeldet worden. Behinderungen mit streckenweise Stau und stockenden Verkehr gab es in beiden Richtungen aber auch schon ab dem Dreieck Fulda.

Mehrere Landstraßen gesperrt

Auf der Autobahn 66 war ab 6.30 Uhr die Ausfahrt Schlüchtern-Süd stundenlang durch einen Lastwagen

blockiert, der aufgrund starkem Schneefall nicht weiterfahren konnte. Starke Verkehrsprobleme seien nach den einsetzenden Schneefällen auch in der Hochrhön sowie im Bereich Flieden-Buchenrod in Richtung des Vogelsbergkreises entstanden, teilte die Polizei mit. Mittags war die Wasserkuppen-Überfahrt noch gesperrt, zudem die Strecken zwischen Hilders und Frankheim sowie zwischen Seiferts und Fladungen.

Mittags gab es dann doch leider einen schweren Unfall in der Rhön zwischen dem Künzeller Ortsteil Wissels und Dipperz-Wisselsrod, bei dem ein junger Autofahrer noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen erlag. Lesen Sie hier mehr:

Tödlicher Unfall in der Rhön: Junger Autofahrer stirbt auf Landstraße

Ein 47-jähriger VW-Fahrer aus Künzell wurde zuvor bei einem Unfall bei Weyhers leicht verletzt. Ein Opel-Fahrer (18) fuhr gegen 6.20 Uhr auf der Hochstraße aus Richtung Fuldaer Kreuz kommend in Richtung Ortsmitte. Auf der winterglatten Fahrbahn verlor er auf der abschüssigen Strecke die Kontrolle über sein Fahrzeug und geriet auf die Gegenfahrbahn, wo er mit seinem Auto mit dem VW zusammenstieß. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 11.000 Euro.

Chaos auch stellenweise im Altkreis Hünfeld. So ging zum Beispiel zwischen 8.45 und 10 Uhr auf der Bundesstraße 84 rund um Rasdorf nicht mehr viel. Auf den Steigungen in Richtung Buttlar und Hünfeld hatten sich Lastwagen auf der schneeglatten Straße festgefahren. Der Verkehr staute sich durch Rasdorf. Auch die Steigung Richtung Geisa war kurzzeitig nicht befahrbar.

Starke Schneefälle bringen Verkehr auf der A7 und in der Rhön zum Erliegen

In Rasdorf blieben Lastwagen hängen. / Foto: Winfried Möller

Im Vogelsbergkreis sorgte die vom Wetterdienst angekündigte Wetterlage besonders auf den Nebenstrecken für extreme Straßenverhältnisse und starke Schneeverwehungen. Für die Verkehrsteilnehmer ist Winterausrüstung unbedingt erforderlich, teilte Hessen Mobil mit. Verschiedene Streckenabschnitte wurden gesperrt. So zum Beispiel die K 108 zwischen Engelrod und Eichelhain, die L 3140 zwischen Eichelhein und Lanzenhain.

Auch die K 92 zwischen Metzlos und dem Abzweig L 3079 war gesperrt. „Alle Winterdienstfahrzeuge sind unterwegs. Neben den Streu- und Räumfahrzeugen sind auch die Schneefräsen im Einsatz.“ Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, nach Möglichkeit auf alle nicht unbedingt erforderlichen Fahrten zu verzichten, Nebenstrecken möglichst zu meiden und die Fahrweise den Witterungsverhältnissen entsprechend anzupassen.

Lifte geschlossen, Schule fällt aus im hohen Vogelsberg

Am frühen Freitagmorgen hatte sich der Wind, den Sturmtief Egon mitgebracht hatte, gelegt, dafür setzten etwa gegen 6.30 Uhr schwere Schneefälle ein. Die Räumdienste kamen zunächst kaum hinterher. Im Kreis Fulda hatte es zuvor ordentlich gestürmt. In einigen Gärten in Eichenzell schleuderten Töpfe und Gartenmöbel umher.

In Bad Salzschlirf wurde eine über 100 Jahre alte Linde am Weidenpark Opfer des Sturms. Der komplette Seitenarm von fast einem halben Meter Durchmesser brach heraus. Dieser stürzte auf die gerade erst neu errichtete Holzpergola, die komplett zerstört wurde. Die Feuerwehr zersägte den Baum, der samt Pergola auf der Fahrbahn lag.

Starke Schneefälle bringen Verkehr auf der A7 und in der Rhön zum Erliegen

In Bad Salzschlirf stürzte ein 100 Jahre alte Linde um. / Foto: Feuerwehr Bad Salzschlirf

Im Fuldaer Stadtgebiet kippten durch den starken Wind hingegen nur ein paar leere Mülltonnen um. Auch Bauschilder kippten um. Um 5 Uhr hatten die Verantwortlichen des Schulamts Fulda dann entschieden, dass die Schulen in der Region am heutigen Freitag öffnen sollen.

Im hohen Vogelsberg fiel dagegen aufgrund des Schnees, Scheeverwehungen und des Sturms sowie Sichtweiten zum Teil unter 20 Metern witterungsbedingt der Unterricht am Freitag komplett an folgenden Schulen aus: Oberwaldschule Grebenhain, Freiherr-vom-Stein-Schule Herbstein, Windbergschule Freiensteinau, Lautertalschule Engelrod, Vogelsbergschule Schotten, Grundschule Schotten und Digmudis-Schule Schotten.

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Schneechaos bleibt aus: Schule findet statt, Busse streiken weiter

Die Lifte auf der Wasserkuppe hatten am Freitagvormittag „aufgrund der Schneeverwehung und des Sturmes“ zunächst geschlossen. Bis zum Freitagmorgen waren auf der Wasserkuppe 25 Zentimeter Neuschnee gefallen.

Der Zug auf der Rhönlinie Gersfeld-Fulda fuhr am Freitagmorgen fast eine Stunde später als üblich. Dafür fuhr aber der Ersatzverkehr per Bus, wenn auch mit gut einer Viertelstunde Verspätung. Die normalen Linienbusse streiken hingegen auch am Freitag wieder.

Mehr Einsätze als im Landkreis Fulda hatten die Rettungskräfte in der Nacht zu Freitag im benachbarten Vogelsbergkreis. Am Ortseingang des Feldataler Ortsteils Köddingen stürzte ein Baum auf die Landesstraße 3326, ein weiterer Baum stürzte auf die Bundesstraße 62 nahe dem Alsfelder Ortsteil Leusel. Die Feuerwehr der Stadt Alsfeld sowie der Gemeinde Feldatal wurden zur Beseitigung der unüberwindbaren Verkehrshindernisse alarmiert.

Starke Schneefälle bringen Verkehr auf der A7 und in der Rhön zum Erliegen

Bäume stürzten auch im Vogelsbergkreis um. / Foto: Philipp Weitzel

Mit Motorkettensägen schnitten die Feuerwehrleute die Holzstämme inmitten des Schneesturms klein und räumten sie von der Fahrbahn. Sowohl Feldatals Gemeindebrandinspektor Rüdiger Klaus als auch Alsfelds Vizestadtbrandinspektor Carsten Schmidt konnten bereits nach wenigen Minuten freie Fahrt von den Einsatzstellen melden. Starkregen setzte zudem den Keller eines Wohnhauses in Homberg am Ostring unter Wasser.

Im Gemeindegebiet von Mücke war die Feuerwehr gleich doppelt gefragt. Auf den Kreisstraßen zwischen Nieder-Ohmen und Elpenrod sowie zwischen Merlau und Atzenhain waren mehrere Bäume umgefallen und blockierten die Fahrbahnen einseitig. „Mit einer Motorkettensäge, einem Besen und Manneskraft sowie Frauenkraft wurde die Fahrbahn an beiden Einsatzstellen geräumt“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Teilweise bis zu 30 Zentimeter Schnee und heftige Orkanböen waren in der Nacht zu Freitag erwartet worden. Noch bis 10 Uhr gilt offiziell die Unwetterwarnung des deutschen Wetterdienstes. Der DWD warnt allerdings auch noch im weiteren Verlauf des Freitagvormittags für den Landkreis Fulda vor schwerem Schneefall, bis gegen 10 Uhr auch vor schweren Sturmböen.

Neue Unwetterwarnung: Vermeiden Sie alle Autofahrten!

Um 11.15 Uhr gab der DWD dann erneut eine amtliche Unwetterwarnung vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen heraus. Dieses Mal gültig für den Kreis Fulda (in Lagen über 600 Metern) von Freitag, 11.15 Uhr, bis Samstag, 15 Uhr. „Verbreitet wird es glatt“, hieß es. „Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Nachmittag ziehen am Abend neue Schneefälle heran.“

Dabei würden bis Samstagnachmittag insgesamt 10 bis 15 Zentimeter, in Staulagen um 20 Zentimeter Neuschnee fallen. „Auch der Wind frischt am Abend erneut auf, dabei treten Böen bis 80 km/h aus Nordwest auf. Entsprechend muss mit starken Schneeverwehungen gerechnet werden. Straßen und Schienenwege können unpassierbar sein. Unter anderem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen. Vermeiden Sie alle Autofahrten!“ / vn, pw, sar, dpa

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Orkanartige Böen: Unwetterwarnung für Kreis Fulda und Vogelsberg