VIDEO: Feuer mit bis zu 20 Meter hohen Flammen richtet zweistelligen Millionenschaden an

10. Juli 2016
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Herbstein

Beim Brand einer Lagerhalle und eines Bürogebäudes in Herbstein ist in der Nacht zum Freitag einen geschätzter Schaden im zweistelligen Millionenbereich entstanden. Die Flammen griffen von gelagertem Kunststoff auf die Halle des Herstellers ALX im Vogelsbergkreis über, wie die Polizei mitteilte.

Schließlich geriet auch das Bürogebäude in Brand. Polizeisprecher Thomas Rodemer, selbst vor Ort Auskunft gebend, sprach von Minuten, in denen das Feuer vom Lagerplatz auf das Gebäude übergriffen hat. Etwa 200 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, die teils bis zu 20 Meter hoch schlugen. Die Lagerhalle des Verpackungsherstellers brannte komplett nieder.

Bei windstillem Wetter stieg eine große, schwarze Rauchsäule zunächst kerzengerade in den Himmel und war schließlich über mehrere Kilometer bis in die Rhön und zur bayrischen Landesgrenze sichtbar. „Wir haben in der ersten Stunden gedacht, dass wir das Feuer nie auskriegen“ sagte ein Feuerwehrmann aus Grebenhain, der bis um 4 Uhr morgens im Einsatz war. „Der Brand war schlimmer als das verheerende Feuer in dem Sägewerk in Hainzell.“

Die Feuerwehr legte einen Schaumteppich auf den brennenden geschmolzenen Kunststoff. „Der flüssige Kunststoff ist aus dem Schaumteppich rausgeflossen und hat sich dann wieder entzündet“, berichtete der Feuerwehrmann. „Das Schwierige war, dass bei der extremen Hitzeentwicklung der Brandherd für die Feuerwehr nicht wie gewünscht erreichbar war“, sagte Herbsteins Bürgermeister Bernhard Ziegler (parteilos).

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Sechs Mitarbeiter des Unternehmens konnten sich in Sicherheit bringen – sie blieben unverletzt. Es entstand vor allem auch durch vollkommen zerstörte Maschinen ein Schaden im zweistelligen Millionenbereich. Wie die Polizei mitteilte, flammten am frühen Freitagmorgen gegen 4 Uhr in den Trümmern immer noch kleine Glutnester immer wieder auf.

„Noch am Freitagmorgen war es immens heiß. Es rauchte noch an allen Ecken und Enden“, sagte Polizeisprecher Roman Eisenbach auf Nachfrage. Am Freitagmittag um 12 Uhr schlugen noch Flammen sichtbar aus der Brandstelle. „Frühestens Montag könnte die Brandstelle so abgekühlt sein, dass Brandermittler sie untersuchen können“, erklärte Polizeisprecher Thomas Rodemer.

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Zur Unterstützung der Feuerwehrleute war auch das Technische Hilfswerk aus Alsfeld mit einer Spezialpumpe samt Schläuchen angerückt. So konnten aus dem örtlichen Bach „Alte Hasel“ pro Minute 5000 Liter Wasser zum Brandort gefördert werden. Über eine Drehleiter, einen Teleskopmast und mehrere Wasserwerfer bekämpften die Frauen und Männer der Feuerwehr die restlichen Flammen. Nach Angaben der Einsatzkräfte spritzte die Feuerwehr in der Spitze bis zu eine Million Liter Wasser in der Stunde auf die Brandstelle

Die Polizei empfahl Autofahrern, den Bereich um Herbstein weiträumig zu umfahren. Noch in der Nacht machte sich Landrat Manfred Görig (SPD) ein Bild über das Schadensausmaß. Die Ursache für das verheerende Feuer ist nach wie vor noch unklar. Hinweise auf eine Brandstiftung gebe es zur Zeit keine. Man gehe von einer betrieblichen Ursache aus, sagte ein Polizeisprecher aus Fulda am Morgen. „In der Produktion wird mit Wärme gearbeitet. Da kann so etwas passieren.“

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Brandermittler der Kriminalpolizei nahmen schon während der Löscharbeiten der Feuerwehr ihre Ermittlungen auf. Zudem sollten Experten des Landeskriminalamtes (LKA) im Laufe des Freitags hinzugezogen werden, die mit der Befragung von Zeugen begannen. Bis zum Freitagmittag kamen die Ermittler aber noch nicht nah genug an die Brandstelle heran, um genauere Rückschlüsse auf eine mögliche Ursache für das Feuer ziehen zu können.

Die Polizei bat entsprechend um Zurückhaltung bei der Diskussion um die Brandursache. So war vor Ort von einem technischen Defekt an einem Gabelstapler die Rede. Auch ein Mopedfahrer, der eine brennende Zigarette weggeworfen haben soll, wurde gerüchteweise kolportiert. „Das ist Quatsch“, sagte ein Polizeisprecher. Eine Zigarette könne man nicht zehn Meter weit werfen. „Ein großes Lob an alle ehrenamtliche Einsatzkräfte“, bedankte sich Bürgermeister Ziegler abschließend und schloss auch Landwirte ein, die mit Fasswagen Wasser herangeschafft hätten. / sar, pw, dpa, ag

Lesen Sie hier weitere Informationen in unserer ersten Meldung:

Großbrand bei Firma A.L.X in Herbstein - Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort