Geldstrafe für Busengrapscher im Antoniuspark – Angeklagter spricht von Missverständnis

22.06.2016
Fulda

Eine Umarmung, die zur sexuellen Belästigung wurde: Ein 58-Jähriger hat im Oktober 2015 eine 18-Jährige im Antonius-Park mehrfach umarmt, geküsst und schließlich an den Busen gefasst. Dafür erhielt er am Mittwoch vor dem Amtsgericht Fulda eine Geldstrafe.

„Das ist eher untypisch für jemanden, der eine Straftat begehen will“, wunderte sich Richter Christoph Mangelsdorf. Sowohl das Opfer als auch einer ihrer Kollegen hatten ausgesagt, dass der Angeklagte sich ihnen mit Namen vorgestellt habe – und auch erwähnt habe, dass er in der Zeltstadt in Fulda wohnt.

Was war passiert? Im Oktober verlässt der 58-Jährige die Zeltstadt für einen Spaziergang in die Innenstadt. Sein Weg führt ihn in den Antonius-Park, wo er auf die 18-Jährige trifft, die mit einer geistig Behinderten unterwegs war. Er umarmt die beiden Frauen – und die 18-Jährige spürt auf einmal Küsse am Hals. Das ist ihr unangenehm, sie drängt den 58-Jährigen zurück – und spürt plötzlich seine Hand an ihrer Brust. „Er hat richtig zugedrückt“, sagt sie vor Gericht.

Umarmung aus Dankbarkeit

Der Angeklagte glaubt, es handelt sich um ein Missverständnis. „So etwas mache ich nicht“, beteuert er. Die Betreuerin in seiner jetzigen Unterkunft in der Rhön bestätigt, dass der 58-Jährige immer nett, freundlich, zuvorkommend, fleißig sei: „Ihm liegt das Allgemeinwohl am Herzen. So kümmert er sich beispielsweise als Gärtner um die Außenanlagen der Unterkunft.“

Er selbst sagt, er habe die 18-Jährige aus Dankbarkeit umarmt: „Ich bin so glücklich, in Deutschland zu sein. Endlich bin ich in Sicherheit.“ An ihrer „kalten Reaktion“ habe er gemerkt, dass es in Deutschland nicht üblich sei, sich zur Begrüßung zu umarmen. Die Vorwürfe, er habe die junge Frau begrapscht, streitet er ab.

Richter Christoph Mangelsdorf verurteilte ihn schließlich zu 100 Tagessätzen á 8 Euro. „Der Angeklagte hat zwar heftig am Busen zugedrückt, aber auch sofort abgelassen, als er die Reaktion des Opfers sah. Das ist nicht unerheblich und eine Beleidigung auf sexueller Basis, es ist aber keine sexuelle Nötigung“, erklärte der Richter. / kir

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