20.000 Euro weg: Hünfelder Familie mit angeblichem Gewinnspiel betrogen

30. November 2016
Hünfeld

Angeblich hatten sie 80.000 Euro gewonnen, doch nun sind sie um 20.000 Euro ärmer. Mit einem angeblichen Gewinnspiel haben Unbekannte eine Familie aus Hünfeld hinters Licht geführt. Zudem meldeten sich mehrere Senioren aus Fulda bei Polizei. Dort versuchten Betrüger ebenfalls, sie telefonisch übers Ohr zu hauen.

Es war ein doppeltes Spiel der miesen Art, das die Betrüger mit den Hünfeldern trieben. „Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen“, meldete sich Anfang November ein Anrufer bei ihnen. 80.000 Euro würden bald ihnen gehören, nur müssten sie die Steuern für den Gewinn im Voraus überweisen – so weit, so unglaubwürdig. Doch wenig später meldete sich ein weiterer Anrufer bei der Familie.

Dieser gab sich als Kriminalbeamter der Polizei aus. Bei dem Gewinnspiel handele es sich um einen Betrugsversuch. Die Polizei sei dem Betrüger auf der Spur und bitte die Familie um Mithilfe. Um den Täter zu überführen, solle man zunächst auf seine Forderungen eingehen und das Geld überweisen. „So etwas würden wir niemals über das Telefon klären“, kommentiert Martin Schäfer, Sprecher der echten Polizei in Fulda, die Herangehensweise.

Doch die Hünfelder glaubten dem falschen Kripo-Beamten. Sie begannen, Geld an die Betreiber des dubiosen Gewinnspiels zu überwiesen. Mehrere Überweisungen, mehrere Wochen lang, jedes mal mehrere tausend Euro. Erst als knapp 20.000 Euro weg waren, wurde die Familie misstrauisch. Sie erzählten einem Bekannten davon, erstatteten anschließend Anzeige bei der richtigen Polizei.

Geld wohl für immer weg

Die Kriminalpolizei ermittelt nun. Ihr Geld wird die Familie aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zurückbekommen. „Das sind keine gewöhnlichen Überweisungen. Der Geldtransfer, der hier zum Einsatz kam, lässt sich verschleiern“, berichtet Polizeisprecher Schäfer.

Die Hünfelder sind ihr Geld los, der Betrug geht munter weiter. Heute, Mittwoch, meldeten sich mehrere Senioren bei der Polizei. Angebliche Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma hätten sie angerufen – hauptsächlich im Vorwahlbereich (0661). Diese wollten einen Termin vereinbaren, um an der Telefonanlage eine Änderung vorzunehmen. Damit würden die Betroffenen monatlich zehn Euro Gebühren einsparen.

Zur schnelleren Abwicklung sollten die Senioren Vertragsunterlagen und Kontoauszüge bereithalten. „Zu einem finanziellen Schaden ist es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht gekommen, die Vorgehensweise der Anrufer lässt aber auf eine beabsichtigte strafbare Handlung schließen“, erklärt die Polizei. / kbk