800 Gäste: Marc Friedrich und Matthias Weik halten Vortrag in Künzell

09. Mai 2018
Künzell

Provokante Thesen und radikale Lösungsvorschläge – verständlich, mitreißend und mit einer Prise Humor verpackt – das präsentierten die beiden Bestseller-Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik am gestrigen Dienstag bei ihrem Vortrag auf Einladung unserer Zeitung im voll besetzten Gemeindezentrum in Künzell.

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Von unserem Redaktionsmitglied Christian Weber

Für kontroverse Diskussionen hatten die beiden Redner Marc Friedrich (43) und Matthias Weik (42) bereits bei ihrem ersten Vortrag in Fulda vor knapp einem Jahr gesorgt. Mit ihren düsteren Thesen zum Euro fesselten sie damals die Zuhörer in der voll besetzten Orangerie – fanden aber auch Widerworte im Nachgang der Veranstaltung. Nachdem der Vortrag vor einem Jahr unter dem Titel „Zerbricht die EU und der Euro?“ stand, geht es diesmal um die Folgen und die Konsequenzen aus ihren Thesen. „Sonst knallt’s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ heißt dazu das jüngste Buch des Duos. Und das war auch das Leitmotto ihres Vortrags gestern Abend, den rund 800 Leser unserer Zeitung im voll besetzten Gemeindezentrum in Künzell gespannt mitverfolgten.

Bei der Begrüßung der Gäste zeigt sich Verleger Michael Schmitt daher gespannt, welche Lösungen die beiden aufzeigen, um den großen Knall noch zu verhindern. Doch bevor es um neue Lösungsansätze geht, steht zunächst die Situationsanalyse, und die ist kaum besser als die vor einem Jahr. „Das Land entwickelt sich in eine falsche Richtung, dieses Gefühl treibt uns an“, sagt Friedrich zu Beginn, um dann die großen wirtschaftlichen Probleme aufzuzeigen, die nach wie vor auf Deutschland und Europa lasten. Auch zehn Jahre nach der großen Finanzkrise stehe Europa auf äußerst wackligen Beinen, ein politisches Auseinanderbrechen werde vor allem von der Europäischen Zentralbank verhindert, die jeden Tag eine Milliarde Euro Geld drucke und in die Märkte pumpe, damit die südeuropäischen Länder über Wasser gehalten werden.

800 Gäste: Marc Friedrich und Matthias Weik halten Vortrag in Künzell

Doch Friedrich ist pessimistisch: „Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist eine Krise gelöst worden durch Gelddrucken. Und für all das Geld, das da gedruckt wird, haften am Ende wir – die Bürger.“ Der Euro bleibe ein Problem, weil er der Wirtschaft in den südeuropäischen Ländern die Luft zum Atmen nehme. Eine Folge: Massive Jugendarbeitslosigkeit, die in Griechenland und Spanien beängstigende Werte von 45 und 35 Prozent erreicht habe. „Was wäre bei uns los, wenn wir diese Werte hätten?“ fragt Friedrich in den Saal.

Im Anschluss an den Vortrag standen Friedrich und Weik unter der Moderation von Redakteur Manfred Schermer den Lesern unserer Zeitung Rede und Antwort. Welche Fragen aufgekommen sind, und welche Lösungsvorschläge die beiden Bestseller-Autoren vorschlagen, lesen Sie in der Mittwochausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im E-Paper.