Baukosten zu hoch: Kirchenvorstand stoppt Pfarrhaus-Neubau in Großenlüder

01 Dez 2016 / 13:20 H.
Großenlüder/Bad Salzschlirf

Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Bad Salzschlirf-Großenlüder hat vergangene Woche in einer Sondersitzung entschieden, den Neubau eines Pfarrhauses in Großenlüder aufzugeben. Die Baukosten seien zu hoch, erklärt das Gremium in einer Pressemitteilung. Stattdessen soll doch das alte Pfarrhaus in Bad Salzschlirf saniert werden, damit Pfarrerin Sandra Jost dort einziehen kann.

Lesen Sie eine Pressemitteilung des Vorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Salzschlirf-Großenlüder:

Die Kirchenvorsteher und Kirchenältesten der Gemeinde haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn das Neubauprojekt wurde seit drei Jahren intensiv verfolgt, auch Kosten waren dadurch entstanden. Im Januar 2013 hatte der Kirchenvorstand den Beschluss gefasst, ein neues Pfarrhaus in Großenlüder zu bauen, „vorausgesetzt die Finanzierung ist gesichert“, so die Vorsitzende des Kirchenvorstands Martina Büchsel.

Doch nun ist der Sachstand ein anderer, denn aufgrund von neuen Bauauflagen und gestiegenen Baukosten ist der ursprüngliche Finanzierungsrahmen nicht mehr zu halten. Die Mitglieder des Kirchenkreisvorstands mit Dekan Bengt Seeberg unterstützten die ursprüngliche Entscheidung des Kirchenvorstands für den Pfarrhausneubau in Großenlüder. Sie wiesen die Kirchengemeinde aber auch auf die erheblichen finanziellen Risiken hin.

Deshalb hat der Kirchenvorstand jetzt die Notbremse gezogen. „Eine zu hohe Verschuldung der Gemeinde“, so Büchsel, „wäre ein unwirtschaftliches Handeln, das der Kirchenvorstand nicht verantworten kann.“ Ziel ist es vielmehr in den nächsten Jahren ausreichende Mittel für das Gemeindeleben zur Verfügung zu haben. Was bringt ein „zukunftssicheres Pfarrhaus“ wenn dadurch die Zukunft der Gemeinde auf dem Spiel steht? So lässt sich die Entscheidung des Kirchenvorstandes auf den Punkt bringen.

Kirchenleitung, Kirchenkreisamt und Dekan Seeberg begrüßen die neue Entscheidung und wollen die Sanierung des alten Pfarrhauses umfassend unterstützen.

Dass nun alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen, sieht auch die neue Pfarrerin als gutes Zeichen. „Unabhängig vom Standort des Pfarrhauses, bleibt für uns der junge und wachsende Teil der Gemeinde in Großenlüder von großer Bedeutung. Das gilt auch, wenn ich in Bad Salzschlirf wohnen werde“, so Pfarrerin Jost.

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