Von 1983 bis 2017: Das Fuldaer Löhertor-Center in einer Chronik

09. Dezember 2016
Fulda

Wie es scheint hat das zweite Treffen des Löhertor-Bewertungsgremiums vor einigen Tagen Früchte getragen. Am heutigen Freitag wollen Stadt, Investor und die RhönEnergie den aktuellen Planungsstand des Großprojekts vorstellen.

100 Millionen Euro will die Greve-Gruppe in Fulda investieren. Neben dem neuen Geschäftsgebäude für die RhönEnergie sollen ein Hotel, ein Haus der Bildung und Wohngebäude gebaut werden. Die RhönEnergie will im Frühjahr 2019 ihre Zentrale von der Bahnhofstraße in das Löhertor verlegen. Vor diesem Hintergrund drängen alle Beteiligten zur Eile.

Die Wohnungen sollen im rückwärtigen Bereich hinter Bürogebäude und Hotel gebaut werden. Dort, wo jetzt der Brunnen steht, soll eine Art Quartiersplatz entstehen. Die Fassade zur Bardostraße hin soll, so Stadtbaurat Daniel Schreiner, „möglichst ruhig und homogen“ gestaltet werden.

Nähere Details zum Großprojekt will die Stadt am heutigen Freitag vorstellen. Anwesend sein werden Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Stadtbaurat Daniel Schreiner, Eva-Maria Greve und Dr. Ralph Knist, Vorstandsmitglieder der Dr. Helmut Greve Bau- und Boden-Aktiengesellschaft, sowie Dr. Arnt Meyer, Geschäftsführer der RhönEnergie, und Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung RhönEnergie.

Chronik des Löhertors:

April 1983: Baubeginn des 36-Millionen-D-Mark-Projektes als Herms-Zentrum durch das gleichnamige Unternehmen.

Sommer 1983: Massive Zahlungsschwierigkeiten des Bauherrn. Übernahme des Projektes durch die Dr. Greve Bau und Boden AG aus Hamburg.

April 1984: Eröffnung als Einkaufs- und Freizeitzentrum „Am Löhertor“ mit rund 19.000 Quadratmetern Gesamtfläche.

Frühjahr 2004: Investition von einer Million Euro in die Umstrukturierung des Centers (zweite Zufahrt, Eröffnung eines Getränke- und Drogeriemarktes).

Frühjahr 2004: Schließung des Bau- und Gartenmarktes.

Ab Mitte 2007: Diverse Pächter verlassen das Löhertor. Greve erklärt, man plane ein Center mit Schwerpunkt Textil und stehe in Kontakt mit der Stadt.

Februar 2009: Schließung von Sport-Treff, Technik-Partner, Getränke- und Lebensmittelmarkt. Alle gehören zur Edeka-Gruppe.

Frühjahr 2010: Greve und der Essener Projektentwickler MFI wollen das Löhertor-Gelände neu entwickeln.

August 2010: Die Stadt erklärt, Greve wolle das Center abreißen und ab Frühjahr 2011 neu bauen. Von einem 100-Millionen-Projekt ist die Rede.

Dezember 2010: Fuldas Stadtverordnete stimmen über den Bebauungsplan ab und geben mehrheitlich grünes Licht für ein neues Löhertor. Der Abriss ist für das Frühjahr 2011, die Eröffnung ist für Ostern 2013 geplant.

Juni 2011: Der Abriss wird auf Ende des Jahres verschoben.

November 2011: Der Abriss wird auf Frühjahr 2012 verschoben und die Eröffnung für Anfang 2014 angekündigt.

Januar 2012: Der Abriss soll im Juli 2012 erfolgen.

April 2012: Der Abriss wird für Herbst 2012 angekündigt.

März 2013: Nach dem Ausstieg von MFI aus dem Projekt Löhertor will Greve allein weiter machen und die Immobilie frühestens ab Herbst 2013 abreißen.

Juni 2013: Das China-Restaurant Orchidee zieht als vorletzter Mieter aus dem Löher-Komplex.

September 2015: Die Rossmann-Filiale schließt im alten Löhertor. Damit geht der letzte Mieter. Es herrscht Leerstand.

Oktober 2015: Die Opposition in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung erhöht den Druck auf OB Dr. Heiko Wingenfeld (CDU). „Wir hören seit fünf Jahren, man befinde sich in konstruktiven Gesprächen“, moniert der Stadtverordnete Ralf Zwengel (Grüne). Die SPD bringt erneut eine Entwicklung des Areals durch die Stadt selbst ins Gespräch, falls der Eigentümer nichts unternimmt.

März 2016: Der Eigentümer des Löhertors, die Greve-Gruppe aus Hamburg, gibt bekannt, rund 100 Millionen Euro in einen Neubau investieren zu wollen. Ziel sei es, im Frühjahr 2017 mit dem Bau zu beginnen. Das alte Löhertor soll komplett abgerissen werden. Die RhönEnergie Fulda will das neue Objekt als Hauptnutzer anmieten. Außerdem soll auf dem Areal Platz für Wohnen, Bildung, Dienstleistung und Handel geschaffen werden. / zen, sre