Bis zu 75 Plätze: „Not-Kita“ im Münsterfeld

01. Januar 2018
Fulda

Die Stadt Fulda reagiert auf den wachsenden Bedarf an Kita-Plätzen und schafft im Münsterfeld eine Art „Not-Kita“ für bis zu 75 Kinder. Träger ist die Arbeiterwohlfahrt.

Von unserem Redaktionsmitglied Eike Zenner

Die Arbeiten in dem Gebäude in der Carl-Schurz-Straße 14 laufen auf Hochtouren. Am 8. Januar soll im Münsterfeld die erste neue Gruppe ihren Betrieb aufnehmen. Zwei weitere können – je nach Bedarf – folgen. Die Stadt und die Fuldaer Arbeiterwohlfahrt (AWO), die die „Not-Kita“ betreiben wird, richten dafür einen Teil des Gebäudes her, in dem bereits die städtische Kita „Entdeckerinsel“ untergebracht ist und in dem auch das Klinikum sowie der Kreidekreis Räume nutzen.

Die politischen Gremien hatten in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Mitte Dezember die notwendigen Gelder freigegeben. Die Stadt trägt einen Großteil der Kosten. „Für die erste Gruppe erwartet die Stadt ein Defizit von 122 000 Euro pro Jahr“, heißt es seitens Pressestelle.

Mit der „Not-Kita“ reagiert die Stadt auf den großen Bedarf an Kita-Plätzen. Fast alle Kommunen in der Region stehen vor der Frage, wo und wie Plätze geschaffen werden können. In Fulda soll die „Not-Kita“ die angespannte Situation entzerren. In der neuen Einrichtung sollen dabei nicht nur Kinder aus dem Münsterfeld, sondern auch aus Ziehers-Süd und dem Ostend untergebracht werden. Gerade hier ist der Bedarf groß – unter anderem, weil es in beiden Stadtbezirken auch viele Kinder aus Flüchtlingsfamilien gibt.

„Die Kita ist eine besondere Kita, eben weil auch Kinder aus anderen Stadtteilen aufgenommen werden, in denen nicht schnell neue Plätze geschaffen werden können“, erläutert der Geschäftsführer der AWO, Wolfram Latsch, gegenüber unserer Zeitung. „Die zweite Gruppe könnte bereits im März öffnen“, sagt Latsch. Bis zu 75 Kinder sollen die Einrichtung besuchen können – die Kita ist eine reine Ü-3-Kita, Krippenplätze gibt es keine.

Genau wie die Stadt sieht auch die AWO die Einrichtung als Übergangslösung an. „Die Räumlichkeiten erfüllen alle Vorgaben, sie sind für eine dauerhafte Lösung jedoch eher nicht geeignet“, sagt Latsch. Er geht davon aus, dass die „Not-Kita“ dennoch einige Zeit benötigt wird. Die Stadt schafft zwar parallel zusätzliche Kita-Plätze an verschiedenen Standorten. Klar aber ist: Gerade im Bereich rund um die Innenstadt ist der Bedarf weiter groß.