Bundesumweltminister Peter Altmaier zur Energiewende im Esperanto

10. August 2013
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Fulda

Fast 300 Besucher waren gestern Nachmittag in die Fuldaer Esperantohalle gekommen, um Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zu hören. Er sprach zum Thema "Energiewende und mehr. Wie es konkret weiter geht".

Als "Saarländer mit Humor" hatte ihn Bundestagsabgeordneter Michael Brand (CDU) angekündigt, und Humor bewies der Bundesumweltminister bei seinem Besuch in Fulda: "Sie sind Hessen, ich bin Saarländer - ich bin der Meinung, wir großen Bundesländer müssen zusammen halten", sagte Altmaier und erntete Lacher von den Vertretern aus Handwerk, Mittelstand, Umwelt und Naturschutz sowie interessierten Bürgern, die ins Esperanto gekommen waren. Die Aufmerksamkeit für das eigentliche Thema - die Energiewende - hatte er damit sicher. So betonte er, dass die Energiewende mit dem Ausstieg aus der Kernenergie ein "absolut richtiger Schritt" gewesen sei. "Wir müssen daraus jetzt das Beste machen und uns den Herausforderungen wie etwa der Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Energien stellen", erklärte er. Für ihn gehörten Energiewende und Bezahlbarkeit zusammen - ebenso wie Umwelt und Wohlstand. "Es gibt einen Unterschied zwischen mir und meinen Grünen-Freunden: Die Grünen sagen, die Energiewende ist dann erfolgreich, wenn alle Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet sind. Ich sage aber, die Energiewende ist erfolgreich, wenn die Kraftwerke abgeschaltet werden, und es in Deutschland danach immer noch so viel Wohlstand gibt."

Fotovoltaik sei ein gutes Beispiel, wie erfolgreich regenerative Energien sein können: "Die Subventionen für Fotovoltaik fallen seit einiger Zeit niedriger aus - trotzdem lassen sich viele Menschen Fotovoltaik aufs Dach machen. Vor vier Jahren war es eine teure Energie, mittlerweile ist sie wettbewerbsfähig."

Effektiver als Fotovoltaik seien aber Windräder, wie Altmaier erklärte - ein Thema, das bei vielen im Saal auf Interesse stieß. Denn im Publikum waren auch mehrere Vertreter von Bürgerinitiativen, die sich gegen Windräder in der Region aussprechen. In dem Zusammenhang wurde auch das Problem thematisiert, dass es bisher keine Leitungen von den Offshore-Windparks in der Nordsee nach Süddeutschland gibt. "Wir müssen Ausbauziele definieren. Leitungen und erneuerbare Energien gehören zusammen."

Außerdem betonte Altmaier, dass beim Thema Windkraft jeder Einzelfall geprüft werden müsse. "Es gibt Regionen, da wollen die Menschen Windräder haben, anderswo wollen sie es nicht. Man muss dann zu vernünftigen Lösungen kommen und Standorte finden, die das Landschaftsbild nicht zerstören", sagte er. Einer der Kritiker von Windrädern in der Region, der Fragen an Altmaier richtete, war Dr. Burkhard Peil von der BI Eichenzell Ebersburg. Mit den Antworten des Ministers war er zufrieden: "Altmaier lässt den Ländern eine gewisse Freiheit. Das Land Hessen sollte das nutzen und nicht nur die Investoren unterstützen."

Vor seinem Besuch in der Esperantohalle hatte sich Altmaier den Fragen der FZ-Redaktion gestellt. Das ganze Interview lesen Sie am Samstag in unserer Print-Ausgabe oder unserem E-Paper.

Fotos: Daniela Petersen