Bürgerschaftspreis: Bettina Schreiner-Faulstich engagiert sich für Kinder, die Kirche und ihr Dorf

19. Mai 2017
Lütter

Mit Kindern arbeiten, ihren Heimatort Lütter unterstützen und die Botschaft der katholischen Kirche voranbringen – diese Ziele verfolgt Bettina Schreiner-Faulstich (46). In dem Eichenzeller Ortsteil ist sie ein wichtiger Motor des ehrenamtlichen Engagements. Ihr Motto: Gutes tun – das tut ihr auch selbst gut.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Vor 15 Jahren begann ihr Einsatz für die Gemeinschaft: Bettina Schreiner-Faulstich, Mutter von Milena (heute 19) und Cedric (heute 15), wurde Mitglied im Elternbeirat des Kindergartens und im Beirat der Schule. „Schon dabei habe ich gemerkt, dass mir soziales Engagement Spaß macht und gut tut: Man erfährt Gemeinschaft, lernt neue Leute kennen und kann etwas bewegen.“

Sie arbeitet gern mit Kindern zusammen – und ihr ist es wichtig, dass der christliche Glaube an die Kleinen weitergegeben wird. Deshalb wirkte sie kurz nach dem Beginn ihres Engagements in Elternbeiräten im Team der Kinderkirche mit, das regelmäßig Kindergottesdienste organisiert.

Die Liste ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang – und jede ihrer Aktivitäten macht sie mit Herzblut und unerschöpflich guter Laune. Alle ihre Aktivitäten finden in Lütter statt. „Ich bin Lüttnerin. Auch deshalb sind mir das Dorf und das Dorfleben besonders wichtig. Ich will den Zusammenhalt im Dorf stärken.“ Dabei ist sie nie allein aktiv, betont sie, sondern immer Teil eines Teams. Ihre Familie – die beiden Kinder und Ehemann Ronald (49) – unterstützen ihr Engagement nach Kräften.

Seit 2010 sorgt Bettina Schreiner-Faulstich dafür, dass sich Mütter mit Kindern bis drei Jahren beim Mutter-Kind-Treff der kfd kennenlernen können. 12 bis 15 Mütter nehmen das Angebot wahr. „Vor allem für Familien, die neu in Lütter sind, ist das eine schöne Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen.“ Zweimal war sie Kommunion-Katechetin, bald bereitet sie zum dritten Mal Jugendliche auf die Firmung vor. Vor vier Jahren war sie verantwortlich dafür, dass sich die Kirchengemeinde Lütter an der 72-Stunden-Aktion des BDKJ Fulda beteiligte, dabei neben dem Pfarrheim das Volleyballfeld auf Vordermann brachte und einen Grillplatz anlegte. „Mit solchen Aktionen können wir auch junge Leute ins Boot holen“, sagt sie.

Über ihr Engagement für Kinder und Jugendliche kam sie zur Katholischen Frauengemeinschaft im Ort, in deren Vorstand sie 2011 gewählt wurde. 2012 wählten die Katholiken in Lütter Schreiner-Faulstich in den Pfarrgemeinderat. „Im Team haben wir viel auf die Beine gestellt: Wir haben etwa einen Berggottesdienst organisiert und zu einem Fastenessen eingeladen, seit Februar ist einmal im Monat Kinderbibelstunde Kindergarten Lütter, damit auch Kindergartenkinder schon etwas von Gott hören.“

Mit all diesen Aktivitäten zeigten die beteiligten Gläubigen, dass die Kirche vor Ort präsent sei und aktiv anpacke. „Damit ändern wir bei vielen Menschen das Bild von Kirche, das sie sich gemacht haben.“ Auch an der Organisation der Frauenfastnacht der kfd und der Neuauflage des kfd-Kochbuchs war sie beteiligt.

Ihre jüngste Aktivität ist die Tätigkeit im Flüchtlingskreis in Lütter. Im Ort sind 60 Asylsuchende in einem ehemaligen Gasthof untergebracht. Schreiner-Faulstich hat sich von Anfang an engagiert – und half schon wenige Tage nach der Ankunft der Flüchtlinge bei einem Deutschkurs durch Ehrenamtliche mit, der mehrmals pro Woche stattfand.

„Ich war anfangs nicht ohne Sorge, denn ich wusste nicht, mit welchen Menschen aus anderen Kulturkreisen ich zu tun haben würde. Aber ich habe nur positive Erfahrungen gemacht: Die Menschen, die nach Lütter gekommen sind, sind freundlich, lernbegierig und dankbar.“ Schreiner-Faulstichs Hauptaufgabe im Flüchtlingskreis ist es, Wohnungen und den Umzug dorthin zu organisieren. In ihrem Keller ist bereits ein Lager gespendeter Möbeln entstanden. „Wir leben vor, dass Lütter ein Dorf der Toleranz ist. Das macht mich stolz.“ Sie hilft auch bei Behördengängen, Arztbesuchen, der Jobsuche und anderen Aufgaben des Alltags.

Der Umgang mit den Flüchtlingen habe ihr noch deutlicher gemacht, wie gut es ihr gehe. Von diesem Wohlergehen möchte sie etwas abgeben: „Auch diese Einsicht ist zu einem wichtigen Motor meines Engagements geworden.“