Das gab es in Deutschland noch nie: Seltene Krokodile schlüpfen in Fulda

02. September 2015
Fulda

Weniger als 30 Zentimeter lang und noch keinen Monat alt. Dennoch sorgen die vier frischgeschlüpften Kubakrokodile beim Fuldaer Aquarien- und Terrarienverein Scalare für viel Aufsehen.

Von unserem Redaktionsmitglied Markus Kubiak

Die vier Frischgeschlüpften sind insofern bereits etwas Besonderes, als dass die Aufzucht in ganz Europa erst zweimal, in Deutschland nachweislich noch gar nicht gelungen ist. Für ein noch breiteres Lächeln bei den Züchtern Matthias Frank, Markus Jäger und Melanie El-Mohamad sorgt allerdings ein Schreiben aus den USA, das die drei kürzlich erreichte. Darin attestiert ihnen ein Institut für Reptilienforschung, dass es sich bei den Eltern von „Urmel aus dem Eis“ und ihren drei noch namenlosen Geschwistern um reinerbige Tiere handelt.

Was daran besonders ist, erläutert Christian Redweik, Vorsitzender des Fuldaer Aquarien- und Terrarienvereins. So gebe es in der Heimat der Tiere auf Kuba eine starke Hybridisierung, spricht Kreuzung, von Kubakrokdil und dem dort ebenfalls beheimateten Spitzkrokodil. Da das Spitzkrokodil deutlich häufiger auftauche, werde es sich auf längere Sicht genetisch durchsetzen.

Geschlecht erst nach ein oder zwei Jahren sicher bestimmbar

Bei dem Fuldaer Nachwuchs handelt es sich um Weibchen, vermuten die Züchter. Die Bruttemperatur entscheidet, ob Männchen oder Weibchen schlüpfen. Sicher lasse sich das Geschlecht allerdings erst nach einem oder zwei Jahren bestimmen, erklärt Frank.

Nun sollen die Tiere mindestens ein Jahr in Fulda bleiben, bis sie an Zoos und Krokodilfarmen weitergegeben werden. „Es waren direkt einige Liebhaber zur Stelle, doch die bekommen von uns nichts“, erklärt Vorsitzender Redweik.

Zu sehen sind die Reptilien nur an Sonn- und Feiertagen im Fuldaer Tümpelgarten.