Deutsche Bahn – Milliardenprojekt Fulda–Frankfurt wieder auf politischer Agenda

Verkehrsminister spricht mit Bahnchef über Milliardenprojekt Fulda–Frankfurt

12. Februar 2014
Fulda/Frankfurt

Der Ausbau der überlasteten Bahnstrecke Fulda-Frankfurt steht auf der politischen Tagesordnung der Region ganz oben. Hessens neuer Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und kündigt an, er spreche darüber in den nächsten Tagen mit Bahnchef Rüdiger Grube.

Der Ausbau hat das Zeug zur unendlichen Geschichte: 2002 war die Planung unterbrochen worden. Das Projekt ruhte. Anfang 2013 einigten sich Land, Bund und Bahn, die Planung für das Milliardenprojekt wieder aufzunehmen. Aber selbst wenn alles gut läuft, nicht geklagt wird und der Bund ein bis zwei Milliarden Euro bereitstellt, begänne der Bau frühestens in zehn Jahren.

Das Projekt ist für die Region so wichtig, weil die Bahn mit ihren ICEs Fulda umfährt, wenn die Strecke Fulda-Frankfurt ein Nadelöhr wird. Das weiß der Verkehrsminister.

Die Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) und Birgit Kömpel (SPD) machen ebenfalls Druck: Brand sagt, er habe mit Al-Wazir schon vor Monaten über Fulda-Frankfurt gesprochen. Die Bahn müsse die Planung vorantreiben, Bund und Land sollten Perspektiven für die Finanzierung erarbeiten. Kommunen und Bevölkerung müssten eingebunden werden. Klar sei, dass die Region einen sehr langen Atem brauche.

Kömpel bemüht sich um ein Treffen mit den anderen Abgeordneten der Region. "Ich will eine überparteiliche Allianz für den Ausbau schmieden", sagt sie. Mit Al-Wazir habe sie bereits telefoniert. Fulda-Frankfurt sei eindeutig von nationalem Interesse.

Zwei Trassen möglich:

Die Bahnstrecke Fulda - Frankfurt ist Teil des im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Projekts "Ausbau-/Neubaustrecke Hanau-Würzburg/Fulda". Zwischen Hanau und Gelnhausen ist ein viergleisiger Ausbau der vorhandenen Strecke vorgesehen.

Für den Abschnitt Gelnhausen-Fulda gibt es zwei Varianten: Neubau durch den Spessart mit Anschluss an die vorhandene Strecke Würzburg-Fulda ("Mottgers-Spange") oder Ausbau/Neubau entlang der vorhandenen Strecke Gelnhausen–Fulda.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Aufbau- und Vorplanungsphase. Die nächsten Schritte sind weitere Untersuchungen der Trassenvarianten. / vn

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