Die Marquise von O.: Schauspiel nach der Novelle von Heinrich von Kleist im Schlosstheater

15. Februar 2018
Fulda

Kleists berühmte Novelle „Die Marquise von O.“, die von Liebe, Scham und der Selbstfindung des Menschen handelt, ist am 18. Februar um 18 Uhr im Schlosstheater Fulda zu erleben.

Sie lesen eine Pressemitteilung des Theater- und Musikmanagements der Stadt Fulda im Wortlaut.

Ein abgelegener Landsitz in Italien. Die Marquise von O. führt seit dem Tod ihres Mannes ein zurückgezogenes Leben als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, mit denen sie bei ihren Eltern wohnt. Obwohl sie in den besten Jahren ist, lehnt sie eine zweite Vermählung ab. Sie will sich ganz ihren Pflichten als Mutter und Tochter widmen.

Dann bricht der Krieg über sie und ihre Familie herein. Sie, die Pflichtbewusste, Enthaltsame, wird beinahe das Opfer einer Vergewaltigung. Gerade noch rechtzeitig kann ein junger russischer Leutnant sie retten. Sie sieht in ihm einen Engel, und beide verlieben sich rettungslos ineinander. Sie, die doch nicht mehr lieben will. Als alles zu viel wird, sinkt sie in Ohnmacht. Wochen später stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Aber von wem? Und wie? Ihre Eltern verlangen eine Aufklärung über den Kindsvater.

Ein heftiger Familienstreit entbrennt, an dessen Ende der Vater ihr das Umgangsrecht mit den Kindern entzieht und sie kurzerhand vor die Tür setzt. Auf die nächstliegende Möglichkeit kommt niemand. Um nicht irre zu werden, klammert sich die Marquise an das einzige, was ihr geblieben ist: das Kind in ihr. Und sie fasst einen ungewöhnlichen Entschluss: Dem Spott der Welt zum Trotz veröffentlicht sie in der Zeitung eine Annonce, in welcher sie den Kindsvater auffordert, sich bei ihr zu melden, sie wäre entschlossen, ihn zu heiraten, wer immer er auch sei. Als Kindsvater meldet sich: der junge russische Leutnant. Die Eltern sind erleichtert, die Marquise ist erschüttert. Ausgerechnet ihr Engel scheint ihr nun ein Teufel. Eine lange Zeit noch ist sie unerbittlich in ihrem Zorn auf sein moralisches Fehlverhalten. Doch schließlich siegen die Liebe und das Verzeihen.

Tickets sind erhältlich im Theaterbüro, Schlossstraße 5, Telefon: 0661 102-1483. Online-Buchungen können unter www.eventim.de vorgenommen werden.