Ehemaliges DGB-Gebäude: Im „Glückshaus“ in Fulda ist keine Wohnung wie die andere

10. Dezember 2015
FULDA

Schwarz-weiß, im Comic-Design oder sommerlich: Jede der 26 Wohnungen im ehemaligen DGB-Haus in der Fuldaer Goethestraße steht unter einem speziellen Thema. „Glückshaus“ nennen es die Eigentümer Thorsten (35) und Holger Vogt (33), Gründer und Vorstände der Deutschen Glücks-Stiftung. Das nächste Projekt ist bereits geplant.

Von unserem Redaktionsmitglied Leoni Rehnert

Eineinhalb Jahre lang ist das Bürogebäude entkernt, umgebaut und modernisiert worden. 26 Wohnungen sind entstanden – zwischen 20 und 80 Quadratmeter groß. Das Besondere daran: Sie sind alle komplett möbliert – keine wie die andere.

Verantwortlich für das Innenleben ist Julia Ballmaier, Wohnbloggerin aus Fulda und Einrichterin aus Leidenschaft. „Ich plane nicht am Computer. Ich muss die Räume begehen, das Licht wahrnehmen, die Atmosphäre – und dann weiß ich, welche Farbe hier passt, welcher Stil der richtige ist“, sagt sie.

„Vieles finde ich am Flohmarkt“

Das mündete mal in eine Bärenhöhle mit Birkenwaldtapete, Rattan-Accessoires und Bambus-Mobiliar. Ein anderes Mal ist das Apartment sehr bunt im Comic-Look mit Discokugel, karg und roh im Industriestyle mit Paletten-Bett oder sieht ganz nach Urlaub aus. Die Möbel sind nicht alle neu. „Vieles finde ich am Flohmarkt, arbeite es auf und kombiniere“, erläutert Julia Ballmaier, über deren Arbeit im März ein Buch erscheinen wird.

„Unsere Mieter sind davon total begeistert“, sagt Holger Vogt und ergänzt: „Jede Wohnung ist ein Unikat. Hier fühlen sich viele sofort zu Hause.“ Und das ist auch die Idee dahinter: Die Wohnungen sind für Menschen konzipiert, die in Fulda für eine gewisse Zeit leben müssen – zum Beispiel Geschäftsleute, die hier einige Monate ein Projekt betreuen, Mediziner, die ihren Facharzt machen oder Jobhopper. „Wir möchten dazu beitragen, dass sich die Mieter in der fremden Stadt glücklich fühlen. Deswegen bieten wir ihnen auch einen Rundum-Service“, sagt Thorsten Vogt. „Man braucht nur mit seinem Köfferchen zu kommen und kann sofort loswohnen“, sagt Ballmaier. Die Mietpreise sind pauschal kalkuliert, alles drin von Strom, Wasser, Heizung, WLan, Möbel, Fernseher, Waschmaschine und Trockner im Keller, Hausmeister und Begrüßungspaket mit etlichen Gutscheinen wie Kinotickets.

Zweites Glückshaus in Gießen

„Glück hat auch mit Nachhaltigkeit zu tun“, betont Thorsten Vogt und sagt: „Dass hier Ökostrom verwendet wird und alte Möbel ein zweites Leben erhalten, gehört dazu.“ Derzeit befassen sich die beiden mit dem Thema Gesundheit: „Unsere Wohnungen sind Orte der Kraft, in denen man sich regenerieren soll. Dafür beschäftigen wir uns intensiv mit Baubiologie, Reduzierung von Elektrosmog und erholsamem Schlaf“, sagt Holger Vogt.

Das Konzept wollen die beiden auf andere Städte ausdehnen: Ein zweites Glückshaus gibt es bereits in Gießen, in Fulda ist dafür eine Villa in der Magdeburger Straße vorgesehen.