Eichenzeller Brecheranlage: Gereizte Stimmung bei Bürgerversammlung

21. April 2017
Rothemann

Die Fronten in der Eichenzeller Bürgerversammlung zur geplanten Verlagerung der Brecheranlage der Firma Weider an die A 66 blieben gestern bis zum Schluss starr: Die Experten nannten das Projekt unbedenklich. Eine große Mehrheit im Publikum (geschätzt 80 Prozent) zeigte offen Ablehnung.

Die allermeisten der 400 Zuschauer hatten sich offenbar schon vor der knapp dreistündigen Veranstaltung ihre Meinung gebildet, wie sie mit ihren Äußerungen zeigten – da mochten die Experten noch so detailliert ihre Untersuchungen erklären.

Der von Unternehmer Mike Weider beauftragte Fuldaer Planer Thomas Falkenhahn nannte die Anlage „modern, flächenschonend und nachhaltig“. Petra Herrmann vom TÜV Hessen hatte mögliche Staubbelastungen untersucht. Ergebnis: „Der Staub, der in den am nächsten gelegenen Wohngebieten ankommt, liegt weit unterhalb aller Grenzwerte.“

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So emotional wurde in Eichenzell lange nicht mehr über ein Bauprojekt gestritten. Die Gemeinde möchte das Unternehmen Weider-Erdarbeiten, das Bauschutt und Böden aufbereitet, vom Industriepark Rhön in Welkers an die A 66 bei Löschenrod umsiedeln. Anwohner protestieren heftig. Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) wirft Kritikern vor, diese arbeiteten oft nicht mit Fakten, sondern mit Emotionen.

Relativ knapp unter den Grenzwerten liege die Anlage bei der Schallbelastung, sagte der Limburger Schallschutz-Experte Reinhard Ziegelmeyer. Seine Prognose sei mit der heutigen Anlage gerechnet, doch Weider dürfe in Zukunft im Grundsatz keine lautere Anlage nutzen.

Bürgerinitiativen-Sprecher Harald Friedrich nannte die Versammlung „eine Werbeveranstaltung der Gemeinde“. Die vorgestellten Gutachten besäßen „eine sehr dünne Basis“, da die Experten vom Investor oder der Gemeinde bezahlt würden. Er übergab Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) unter viel Beifall der Zuhörer 2684 Protestunterschriften. „Ich verwahre mich gegen unfaire und unsachliche Kritik an mir und die Versuche, mich zum Schuldigen und Buhmann zu machen“, erwiderte Kolb. / vn

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