Ein Stück hessischer Kultur: Fulda gibt eigenen Kolter heraus

08. Oktober 2015
Fulda

Kol­ter, der oder die – eine gesteppte Bettdecke, klärt der Duden auf. Süddeutsche, österreichische Entsprechung: Kotzen. Laut Wikipedia steht Kolter (oder Kolder) Hessisch für eine (gesteppte) Bettdecke oder wärmende Winterdecke. Jetzt will die Stadt Fulda mit einem eigenen „Stadt Kolter“ zur Bewahrung eines Stücks hessischer Kultur und Tradition beitragen.

„Den meisten Hessen ist zwar klar, was sich hinter einer Kolter versteckt. In den angrenzenden Bundesländern ist der Begriff allerdings schon weniger bekannt“, sagt Stadtsprecherin Mathilde Lemesle. Deshalb gibt es in der Tourist-Information der Stadt Fulda jetzt einen eigenen Kolter. Ab sofort kann die Decke zum Preis von 69,90 Euro dort gekauft werden.

Fünf bekannte Motive aus der Barockstadt zieren den in hell- und dunkelgrauen Farbtönen gehaltenen Kolter. Die Stadt arbeite bei Fulda-Decke mit dem Ideengeber und Herausgeber Christoph Seipp zusammen. Dieser hat im Jahr 2013 das Projekt „MyKolter“ ins Leben gerufen, an der sich Fulda als 30. hessische Stadt beteiligt.

An dem Projekt ist außerdem die Solmserin Lea Weber beteiligt, die die jeweiligen Städtemotive möglichst detailliert zeichnet, bevor sie in den Stoff eingewebt werden. Hergestellt werden die Kolter derzeit in einer Wollweberei in Bocholt. Der Fulda-Kolter hat die Maße 2 Meter mal 1,50 Meter mit abgerundeten Ecken und besteht aus 60 Prozent Baumwolle und 40 Prozent Dralon (Maschinenwäsche möglich). / FZ