„Es ist schlicht kein Platz“ - Gemeinden wehren sich gegen Erdkabel-Projekt

07. April 2016
Fulda

Ein Aktionsbündnis der Gemeinden Petersberg, Künzell und Eichenzell wehrt sich gegen ein Projekt der Firma SuedLink. Statt eines Erdkabels durch die eigenen Gemeindegebiete soll es eine gemeinsame Trasse geben, westlich vom Landkreis Fulda.

Bereits im Sommer hatten sie sich zusammengeschlossen, um zu verhindern, dass die geplanten Höchstspannungsgleichstromleitungen des SuedLinks auf ihren Gemeindegebieten verlaufen. Das Aktionsbündnis befürworte zwar den Erdkabelvorrang, da er das Landschaftsbild schone, teilt es in einer Presseerklärung mit.

Auf eigenen Gebieten solle es dennoch keine Erdkabel geben, denn: „Es ist schlicht kein Platz mehr für ein weiteres Leitungsprojekt“, heißt es in der Mitteilung. Die Gemeindegebiete seien „durch die bestehende Infrastruktur schon erheblich vorbelastet“.

Vorschlag: gemeinsame Stammstrecke

Stattdessen schlägt das Aktionsbündnis eine möglichst lange und direkte gemeinsame Stammstrecke des SuedLink-Projektes Wilster – Grafenrheinfeld mit dem weiteren SuedLink-Projekt Brunsbüttel-Großgartach vor. Dadurch könnten „Kosten für die Erdverkabelung gespart und die Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert werden“, heißt es.

Auch die Natur werde weniger belastet, da nur eine Grabentrasse gezogen werden müsse, statt zwei unterschiedlicher Trassenverläufe. „Die möglichst gradlinige gemeinsame Stammstrecke sollte westlich vom Landkreis Fulda verlaufen“, so das Aktionsbündnis.

„Stromverbraucher müssen geschützt werden“

Ein weiteres Ziel sei die Einführung strenger Kostenkontrollen und Preisprüfungen, um die Netzausbaukosten bei allen Projekten zu minimieren. „Gerade die Kosten für Erdkabelprojekte und Pilotprojekte für innovative Techniken sollten durch unabhängige staatliche Stellen, die mit der Netzplanung nicht direkt befasst sind, konsequent kontrolliert werden“, so das Bündnis. „Hier müssen die Stromverbraucher vor überzogenen Kosten geschützt werden.“ / hop