Fuldaer Team von „Pulse of Europe“ lud Bundestagskandidaten zur Podiumsdiskussion ein

08. September 2017
Fulda

Bei der Bundestagswahl geht es auch um Weichenstellungen für das künftige Europa. Das wurde bei einer Podiumsdiskussion deutlich, zu der das Fuldaer Team von „Pulse of Europe“ heimische Direktkandidaten eingeladen hatte.

„Welches Europa wollen wir?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des Abends im Bildungsunternehmen Dr. Jordan, und bei zahlreichen Themen traten zum Teil deutliche Differenzen zutage. So sprach sich Birgit Kömpel (SPD) – wie von Frankreichs Staatspräsident Emanuel Macron vorgeschlagen – für einen EU-Finanzminister und eine gemeinsame, europaweite Arbeitslosenversicherung aus, wogegen Michael Brand (CDU) deutliche Vorbehalte äußerte.

Auch die Griechenland-Politik sorgte für Diskussionen – Brand sprach sich gegen einen Schuldenschnitt aus, Kömpel dafür. Der Kandidat der Linken, Nick P. Amoozegar, plädierte für die Vergemeinschaftung von Schulden.

Walter Rammler (Grüne) forderte mehr Transparenz sowie mehr Geld für Bildung und Umwelt statt fürs Militär. Und Sibylle Herbert (FDP), die die erkrankte Sibylle von Brunn vertrat, machte sich wie die meisten auf dem Podium für ein Europa der zwei Geschwindigkeiten stark. „Pulse of Europe“-Gründer Daniel Röder, der aus Fulda stammt, dazu aber kritisch: „Die EU wird dadurch noch komplizierter.“

FZ-Nachrichtenchef Bernd Loskant, der die Diskussion moderierte, wies darauf hin, dass das Thema im Wahlkampf bisher leider keine Rolle spiele. Dabei habe die FDP die Europapolitik bereits als möglichen Knackpunkt für eine Koalition mit der CDU bezeichnet. / bt