Gemeindevertretersitzung lehnt Windräder in Kalbach ab

11. Februar 2015

Die Gemeindevertretersitzung in Kalbach hat am Dienstagabend abgelehnt, dass die RhönEnergie-Tochter SynEnergie Windräder im Gemeindegebiet bauen darf.

Die Diskussion war sachlich, das Interesse der Bürger so groß wie seit Menschengedenken nicht mehr in einer Kalbacher Gemeindevertretersitzung: 110 Zuschauer verfolgten am Dienstagabend die Entscheidung. Mit 18 Nein- gegen 8 Ja-Stimmen lehnte die Vertretung das Windkraftprojekt der SynEnergie ab.

Die Abstimmung über den Plan der RhönEnergie-Tochter, sechs Windräder auf dem Hardtberg bei Neiderkalbach zu bauen, war in allen Fraktionen – CDU, SPD und Bürgerliste – freigegeben; jede der Fraktionen stimmte uneinheitlich ab. Bürgermeister Florian Hölzer (parteilos) appellierte an die Anhänger der Anti-Windkraft-Bürgerinitiative (BI) im Publikum, auch Ja-Stimmen zu akzeptieren. Er selbst hoffe aber auf ein Nein und werde mit der BI weiter gegen Windräder in Kalbach kämpfen.

„Die Kalbacher wollen, dass ihre Natur nicht angetastet wird"

CDU-Fraktionschefin Daniela Böschen war anzusehen, wie sehr das Thema sie bewegt. Sie nannte zunächst ihre Argumente für das Projekt: Der Bund habe eine Energiewende beschlossen; die Fläche am Hardtberg sei lange als mögliche Windkraftfläche bekannt; der Landrat sage sogar, dass diese die am beste geeignete Fläche im Landkreis sei.

Die Energiegenossenschaft, die das Projekt mitbetreiben soll, habe sich auf Bitte der Gemeinde gegründet. Ohne die SynEnergie, also im Falle, dass ein anderes Unternehmen die Windkraftpläne weiterführe, habe die Gemeinde keine Mitwirkungsmöglichkeiten mehr.

„Entscheidend ist aber, dass es keine Akzeptanz in der Bevölkerung gibt. Die Kalbacher wollen, dass ihre Natur nicht angetastet wird", sagte die CDU-Chefin. Deshalb stimme sie mit Nein, und die Mehrheit ihrer Fraktion tue es auch.


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