Große Unfallübung im A-66-Tunnel (Update: Video)

20. Juli 2014
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neuhof

Der „Worst Case“ ist eingetreten, wie es Kreisbrandmeister Michael Knoth beschreibt. Drei Pkws, ein Kleintransporter und ein Reisebus sind mitten im Tunnel zusammengefahren. Eins der Autos beginnt zu brennen, das Feuer schlägt auf den Bus über. 40 Personen sind verletzt, manche noch eingeklemmt. Auch Tote sind zu beklagen. Mit Hochdruck arbeitet die Einsatzleitung daran, die Verletzten zu versorgen und das Chaos im 1,6 Kilometer langen Tunnel zu überblicken.

Zum Glück ist das alles nur Simulation. Der Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises, die Feuerwehren aus Flieden, Neuhof, Eichenzell und Fulda, die Werksfeuerwehr von K+S, die DRK-Kreisverbände, die Malteser und das Polizeipräsidium Osthessen: Sie alle sind hier versammelt, um eine Katastrophenschutzübung durchzuführen.

Insgesamt sind es rund 500 Einsatzkräfte. „Ziel der Übung ist, die Zusammenarbeit der Rettungs- und Hilfsorganisationen zu intensivieren, Besonderheiten und Gefahren bei Tunnelbränden aufzuzeigen und die einsatztaktischen Kenntnisse zu vertiefen“, erklärt Knoth.

Alles soll so „realistisch wie möglich sein“, sagt Polizeisprecher Martin Schäfer. Dutzende Fahrzeuge sind vor Ort, im Gemeindezentrum wird eine Einsatzleitung installiert. Ein Hubschrauber kreist über dem Tunnel. 40 Statisten spielen die Verletzten, und jeder hat seine eigene Rolle: Einer wagt es aus Angst oder in Schockstarre nicht, das Auto zu verlassen. Ein anderer schreit über seine Schmerzen, wenn er hochgehoben wird. Ein dritter wird geschminkt wie ein Brandopfer. Die Rettungskräfte trennen nach Schwer- und Leichtverletzten, kümmern sich um die Opfer, stehen ihnen bei.

Die Polizei indes sperrt die A66 im Bereich des Tunnels ab und führt die Stausicherung durch, hält Wege für Rettungswagen frei. Sie hat die Aufgabe zu klären, was eigentlich vorgefallen ist. Später sichert die Polizei den Tatort. „Wir hoffen natürlich, dass es nie so weit kommt“, sagt Schäfer. Es sei wichtig, solche Unfälle zu simulieren, das zeige ganz aktuell das Beispiel eines Busunfalls auf der A4 bei Dresden in der Nacht zu Samstag. Neun Personen starben dabei. / kir

Proben für den Ernstfall: Am Samstagmorgen haben mehrere Hundert Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK und Polizei eine Unfallsimulation im A-66-Tunnel bei Neuhof durchgeführt.