Herr: Bei Windkraft-Vorranggebieten auf dem richtigen Weg

27. November 2013
Region

"Die erste Offenlegung zur Suche nach Vorranggebieten für die Windenergie im Bereich des Regierungsbezirkes Kassel ist abgeschlossen und nahezu ausgewertet", sagt Dr. Norbert Herr, MdL und Mitglied des Arbeitskreises Energie der Regionalversammlung Nordhessen.

"Die zweite Offenlegung wird vorbereitet und ich kann sagen, wir gehen nicht so in die zweite Runde, wie wir in die erste gegangen sind. Es wird erhebliche Verbesserungen für die Bürger, vor allem im Kreis Fulda, geben." Noch in diesem Jahr kann die Vorbereitung für die zweite Offenlegung abgeschlossen werden.

Am Ziel, 2 Prozent der Landesfläche für Vorranggebiete vorzuhalten, werde festgehalten. Die Abstandsregelung von einem Kilometer als Mindestabstand zu bewohntem Gebiet wird ebenso bleiben, weil ein Abrücken davon bedeuten würde, kaum Flächen in Hessen für Windenergieanlagen zu finden. "Ebenso behalten die naturfachlichen Hindernisse, vor allem faunistischer Art, ihr Gewicht. Neu ist, dass die für Betroffene "bedrohliche Umzingelungswirkung" als zu beachtendes Kriterium in die Vorbehalte aufgenommen werden wird." Dies spiele im Raum Fulda vor allem in Dammersbach und Marbach eine Rolle.

"Schon jetzt bahnen sich konkrete Änderungen an", erklärt Dr. Herr. "So werden in Burghaun einige Suchräume entfallen und in Marbach/Dammersbach wird es zu einer Reduzierung der Flächen kommen, um eine "Umzingelungswirkung" auszuschließen. Der "Klosterrück" bei Langenbieber entfällt als gänzlich ungeeigneter Standort. Auch der Suchraum zwischen Döllbach und Thalau, der naturfachlich umstritten war, wird entfallen.

Kompliziert stellt sich die Lage in Großenlüder und Bad Salzschlirf dar, weil die Auswirkungen des Funkfeuers immer noch ungeklärt sind. Der erforderliche Mindestabstand verläuft zwischen 5 und 15 Kilometern, jedoch äußert sich die Flugsicherung immer erst zu konkreten Einzelfällen, was die Planung erschwert." Mit solchen Einzelfällen im Raum Frankfurt konfrontiert habe sich die Behörde sehr restriktiv gezeigt, so dass dort kein einziger Standort für Windkraftanlagen übrig geblieben sei.

In Bad Salzschlirf sehe es so aus, dass außer dem Standort "Steinberg" für Windenergieanlagen keine Flächen übrig bleiben werden. Auch in Großenlüder seien erhebliche Änderungen zu erwarten.

Was Neuhof/Dorfborn angehe, sei mit dem Wegfall des östlich gelegenen Suchraumes zu rechnen. "Ich bin dabei, den langen Riegel gegenüber von Dorfborn in westlicher Richtung wenigstens zu unterbrechen, um hier die Umzingelungswirkung entfallen zu lassen", so Dr. Herr. Jedoch müssten hierfür Ersatzflächen gefunden werden.

Neu ins Gespräch ist ein Suchraum nördlich von Allmus gekommen. Auch in den Gemeinden Kalbach und Flieden könnten neuere kleine Gebiete geschaffen werden, die unumstritten erscheinen.

"Insgesamt sind wir auf einem richtigen Weg, der deutliche Verbesserungen für die Bürger bringt", so Dr. Herr. "In diesem Zusammenhang sei auch nochmals dem Leitenden Regierungsdirektor Wolfgang Kaivers gedankt, der als Leiter der Regionalplanung im Offenlegungsverfahren stets die Interessen aller Betroffenen mit gutem Augenmaß, großem Sachverstand und viel Fingerspitzengefühl gegeneinander abgewogen hat." Herr Kaivers wurde Ende Oktober in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

"Sollten wir das Ziel von 2 Prozent der Flächen im Landkreis Fulda nicht erreichen, halte ich das für kein Drama. Immerhin haben wir bei null begonnen und wir werden in jedem Fall Flächen gewinnen. Es steht außerdem nirgendwo geschrieben, wann das Ziel "2 Prozent" erreicht werden soll." Man könne sich in einigen Jahren erneut auf die Suche begeben, wenn die Menschen sich an Windkraftanlagen gewöhnt hätten. "Im Übrigen bleibt die Wirkung der Änderung der Einspeisevergütung abzuwarten, die die Subventionen erheblich kürzen wird. Dann erübrigt sich vielleicht einiges von selbst", so Dr. Herr abschließend.