Heubacher verkaufen Restprodukt an Fürther Firma

06. August 2014
Heubach

Was eigentlich als finanzielle Belastung wahrgenommen wurde, bringt jetzt Geld in die Kasse der Bioenergiegenossenschaft Heubach: Die Kohle, die am Ende des Vergasungs-Prozesses übrig bleibt, verkaufen die Heubacher an die Fürther Firma Terra magica. Die stellt daraus besonders fruchtbare Erde her.

Weil die Holzschnitzel, mit denen die Anlage am Ortsrand gespeist wird, nicht verbrannt, sondern bei extrem hohen Temperaturen vergast werden, entsteht bei diesem Prozess Kohle. Und die ist für Terra-magica-Inhaber Sitki Kurhan ein wertvoller Rohstoff. „Diese Kohle hat viele Poren und damit eine sehr große Oberflächenstruktur. Sie kann das Fünffache ihres Eigengewichts an Wasser speichern“, erklärt der Geschäftsmann. Um seine Terra magica („magische Erde“) herzustellen, mischt er das schwarze Pulver mit einer Flüssigkeit, die mit Mikroorganismen versetzt ist. Wenn diese Mischung mit Biomasse wie Baumschnitt, Gras oder Pferdemist vermengt wird, entsteht daraus eine besonders nährstoffreiche Erde.

Für die Heubacher Energiegenossen ist der Verkauf der Kohle eine vorteilhafte Entwicklung. „Bei der Kalkulation damals sind wir davon ausgegangen, dass wir für die Entsorgung des Kohlenpulvers etwa 120 Euro pro Tonne zahlen müssen. Jetzt bekommen wir sogar Geld dafür“, freut sich Vorstandssprecher Herbert Krack. Pro Woche sammeln sich ein bis anderthalb Kubikmeter Kohlenstaub an, das sind ungefähr 900 Kilo.

Mit den Einnahmen aus dem Kohle-Verkauf finanzieren die Genossen zum Beispiel das Gehalt der Mini-Jobber, die sich um die Anlage kümmern. Und der Kredit, der für das 1,5-Millionen-Euro-Projekt aufgenommen wurde, ist auch schneller abbezahlt. „Besonders schön ist, dass der Kreislauf geschlossen ist. Was wir für ein ,Abfallprodukt‘ gehalten haben, wird wieder der Erde zugeführt“, sagt Krack.