Hunderte demonstrieren – Nein zu SuedLink-Trasse

07. März 2015
    Cargando reproductor ...
Fulda

Viele hundert Bürger haben am Freitagabend in Fulda gegen den Bau der Starkstromtrasse SuedLink demonstriert. Die Bürgerinitiative sprach von 500, die Polizei von 300 Teilnehmern.

Im Kampf gegen den SuedLink sind Bürger und regionale Politik vereint. Die OB-Kandidaten, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Grünen-Kreisvorsitzender Ralf Zwengel, liefen in dem Demonstrationszug mit. Der Demonstrationszug verlief vom Bahnhof über den Uniplatz und die Friedrichstraße zum Stadtschloss. Dort wartete ein Team der Hessenschau, das live berichtete. Die Demonstranten machten mit Plakaten, Schildern, Trillerpfeifen und Sprechchören auf ihre deutliche Ablehnung der Trassenpläne aufmerksam.

Die SuedLink-Trasse sei für die deutsche Versorgungssicherheit mit Strom überhaupt nicht notwendig, erklärt Johannes Lange, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Ein Interesse an der Trasse habe vor allem der europäische Energiehandel. Der an der Küste erzeugte Windstrom lasse sich in Erdgas umwandeln, speichern und über das vorhandene Erdgasnetz verteilen. Falls die Trasse durch Osthessen gebaut werde, führe das zu einer gewaltigen Naturzerstörung und dazu, dass die Häuser in der Nähe der Trasse an Wert verlören. Städte und Kreise hätten bei der Planung der Trasse kaum Mitwirkungsmöglichkeiten. Auch das müsse geändert werden.

Vor dem Stadtschloss übergaben die Demonstranten einen Waschkorb von Protestpostkarten an OB Gerhard Möller (CDU), der die Karten an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) schicken wird. Möller sagte, nicht zuletzt die beiden vergangenen Anti-SuedLink-Demonstrationen hätten dazu geführt, dass die Bundesnetzagentur von TenneT genauere Planungen und Begründungen verlange. „Das ist auch Ihr Erfolg", rief Möller den Demonstranten zu. Der Protest aus Fulda sei auch in Wiesbaden angekommen. Im Land beginne ein Umdenken. Das habe er Äußerungen von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) entnommen. Die Frage, ob durch Fulda eine Starkstromtrasse führe oder nicht, sei für die Zukunftsentwicklung der Stadt ganz wichtig, sagte Möller. Die Demonstration in Fulda war Teil einer Reihe von Protest-Kundgebungen entlang der Trasse.