Jahresrückblick 2017: Fulda stellt sich gegen Demonstration von der Partei „Der III. Weg“

27. Dezember 2017
Fulda

100 Rechte, 1000 Gegendemonstranten, 1000 Beamte: Demonstranten der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ sind am 27. August gut vier Stunden lang durch Fuldas Innenstadt gezogen.

Kennzeichnend für diesen Tag waren die großen Proteste in der Innenstadt. Überall, wo es nur ging, standen Gegendemonstranten, um den Weg zu blockieren. Mehr als 1000 Polizisten sorgten dabei für einen geordneten Ablauf.

Gestartet waren die Demonstranten von „Der III. Weg“ in der Goethestraße. Von dort aus ging es weiter zum Peterstor, dort kam der Zug zum Stoppen. Vor der Sparkasse starteten sie dann mit ihrer Kundgebung – die jedoch stellenweise kaum zu hören war, weil hunderte Gegendemonstranten aber auch Touristen, die von der Kundgebung überrascht wurden, für Lärm sorgten.

Zahlreiche Gegendemonstranten: „Der III. Weg“ zieht durch die Innenstadt (mit Video)

Update 21.44 Uhr: Die Polizei teilte am Samstagabend mit, dass mehr als tausend Bürgerinnen und Bürger am Samstag an verschiedenen Orten im Stadtgebiet gegen die Demonstration von rund 100 Personen der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ protestiert haben. Der geplante Aufzugsweg der Partei „Der III. Weg“ wurde am Buttermarkt wegen einer Spontanversammlung kurzfristig geändert.

Allgemein waren mehr als 1000 Gegendemonstranten in der Stadt unterwegs. „Fulda stellt sich quer“ und das Aktionsbündnis „Für ein demokratisches und weltoffenes Fulda“ gestalteten auf dem Uniplatz und Unterm Heilig Kreuz eine große Gegenveranstaltung mit Ansprachen, Musik und einem bunten Programm.

Der Demonstrationszug von „Der III. Weg“ führte schließlich weiter am Welcome In Wohnzimmer vorbei, auf den Gemüsemarkt und über die Dalbergstaße schließlich zum Bahnhof, wo die letzte der drei Kundgebungen stattfand.

Insgesamt verlief die Demonstration relativ friedlich. Die Polizei berichtete, dass es zu einer Festnahme kam sowie zu zwei vorläufigen Festnahmen. Nicht nur die Einsatzkräfte, auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) war erleichtert, dass die Kundgebungen weitgehend störungsfrei waren und alles friedlich ablief.

Polizei nimmt Stellung zu rechtsextremistischer Partei „Der III. Weg“

Die Partei „Der III. Weg“ hat das Polizeipräsidium Osthessen dazu aufgefordert Streife in der Innenstadt Fuldas zu laufen, um vor der „Überfremdung der Stadt“ zu schützen. Aufgrund einiger Presseanfragen zu diesem Thema bezieht das Polizeipräsidium Osthessen nun Stellung.

Rund zwei Monate später will „Der III. Weg“ noch immer in Fulda mitmischen. Die Partei forderte im November die Polizei dazu auf, Streife in der Innenstadt zu laufen, um vor „Überfremdung der Stadt“ zu schützen. „Der III. Weg“ selbst schrieb auf seiner Homepage, dass manche Parteimitglieder eigenständig Streife laufen würden. Zudem verteilten Sie Flyer in den Briefkästen der Bürger, auf denen stand: „Wir laufen Streife für deine Sicherheit“.

Mittlerweile höre man nichts mehr von der Partei, teilte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen, Martin Schäfer, auf Nachfrage mit. „Es bewegt sich nichts mehr. Auf dem Weihnachtsmarkt haben wir viele Streifen eingesetzt, aber nichts Auffälliges gesehen“, sagte er. Auch Flugblätter seien in den vergangenen Wochen nicht mehr verteilte worden. / lai

Das war der Demo-Samstag! 100 Rechte, 1000 Gegendemonstranten, 1000 Beamte

Schon um die Mittagszeit war in der Innenstadt zu spüren, dass dieser Samstag von einer gedrückten Stimmung geprägt sein würde. Fast gespenstisch wirkte das leergefegte Bermudadreieck - zumal angesichts einer überwältigenden Polizeipräsenz. Zuvor hatten die Beamten schon Autofahrer auf den in die Innenstadt führenden Straßen kontrolliert.