Jahresrückblick 2017: Helden auf vier Pfoten – das waren unsere tierischen Erlebnisse im Jahr 2017

30. Dezember 2017
Region

Ein bissiger Esel vor Gericht, ein totes Krokodil in einem Straßengraben und ein Waschbär auf der Flucht vor Einsatzkräften: 2017 haben sich in Osthessen einige tierisch gute Ereignisse zugetragen. Wir haben diese für Sie noch einmal zusammengefasst. Ein Hoch auf die Vierbeiner unter uns!

Zur Heldin wird im Januar Islandstute Perla auf einer Koppel unweit des Theobaldhofs. Sie macht ihre Besitzerin durch auffälliges Schnauben auf einen regungslos im Schnee liegenden Mann aufmerksam. Besitzerin Sabine Feuerstein ruft daraufhin die 112 an. Die Sanitäter kümmern sich um den unterkühlten 62-Jährigen. Die Feuerwehr rückt an, um den Rentner aus dem tiefen Schnee zu bergen. Er wird ins Krankenhaus gebracht und befindet sich bald darauf außer Lebensgefahr.

Islandstute Perla rettet unterkühltem 62-Jährigen das Leben

In einem Straßengraben in Schlitz findet im Februar ein Junge (10) ein totes Krokodil. Der Fall sorgt für Aufregung und Ermittlungen der Polizei. Die Beamten gehen von einer Straftat aus. Denn Reptilien dieser Art sind in Privathaushalten in Hessen verboten. Drei Wochen nach dem unheimlichen Fund meldet sich der Besitzer (39) bei der Polizei. Das Reptil war in seinem Terrarium daheim eingegangen. Er wusste sich dann nicht anders zu helfen, als den etwa einen Meter langen Kadaver im Straßengraben zu entsorgen.

Kleiner Junge entdeckt totes Krokodil in Schlitz

Besitzer: Krokodil war bereits tot

Einen Ausflug zu einem Seniorenheim unternimmt im Mai eine Schildkröte in Bad Brückenau. Dort wird das Tier von Bewohnern auf einer Terrasse entdeckt. Alarmierte Polizeibeamte nehmen das Reptil für eine Nacht bei sich auf, bevor sie tags darauf die Besitzerin ermitteln.

Schildkröte schleicht sich zum Seniorenheim

Ein spektakuläres Versteckspiel liefert sich im Juni ein kleiner Waschbär mit Einsatzkräften der Feuerwehr. Nach einem Wildunfall auf der B 254 bei Alsfeld ist das Tier in der Verkleidung eines Autos verschwunden. Selbst bis zu vier Feuerwehrmänner gleichzeitig – mitunter auf allen Vieren um und unter das Auto kriechend – können den Waschbären zunächst nicht schnappen. Lockversuche mit einem Schokoriegel scheitern. Schließlich erwischen die Einsatzkräfte den Waschbären doch noch in einem günstigen Augenblick. Sie setzen ihn auf einer angrenzenden Wiese aus.

Bundesstraße gesperrt: Waschbär liefert sich nach Unfall Versteckspiel mit Feuerwehr

Ein Autobesitzer fährt im Juli wegen merkwürdiger Geräusche im Motorraum zu seiner Werkstatt in Homberg (Ohm). Bei der Durchsicht kommt ein wenige Wochen altes Katzenbaby zum Vorschein. Die Werkstatt zeigt sich tierlieb: Die Mitarbeiter richten ein Katzenklo samt Rückzugsecke ein, vereinbaren beim Tierarzt einen Untersuchungstermin und machen eine Pflegefamilie ausfindig. Einen Namen geben sie dem Kätzchen im Autohaus auch noch: „Mercedes“.

Merkwürdige Geräusche: Katzenbaby aus Motorraum gerettet

Zu einem ungewöhnlichen Prozess kommt es im September in Gießen. In der Hauptrolle: ein Esel namens „Vitus“. Er hatte ein Jahr zuvor in Schlitz in die Karosserie eines orangefarbenen Sportwagens gebissen, der an der Weide geparkt war. Es entsteht ein Schaden von 5800 Euro. Den will der Wagenbesitzer erstattet bekommen. Das Landgericht gibt ihm recht. Was den Esel dazu trieb, den Sportwagen anzuknabbern, bleibt unklar. Der Vierbeiner lebt mittlerweile auf dem Hof von Christina Hahner in der Rhön.

Vitus vor Gericht: Halter müssen für Esel-Angriff auf Sportwagen zahlen

Vor dem Schlachter gerettet: Landwirt Matthias Jehn nimmt im Oktober seltene Vierlings-Kälbchen auf seinem „Tierhof Lebensfroh“ auf, die im Juli auf einem Hof im Allgäu geboren wurden. Dort bringt es der Besitzer nicht übers Herz, sie dem Kreislauf aus „Fressen und Gefressen werden“ auszusetzen. Er will sie nicht groß ziehen, um sie schlachten zu lassen, denn die Vierlinge gehören zu einer Mast-Rasse für die Fleischproduktion. Der Landwirt vermittelt sie an Tierschützer, die die Kälbchen in die Obhut Jehns geben.

Vor Schlachter gerettet: Gnadenhof-Besitzer Matthias Jehn nimmt seltene Vierlings-Kälbchen auf

Alleine auf Entdeckungstour macht sich im Dezember eine Hündin mit einer offensichtlichen Vorliebe für Züge. Der „Alaskan Malamute“ – ein Schlittenhund, der mit dem Husky verwandt ist – büchst von seinem Zuhause in Eichenzell aus und steigt schließlich mit einer Schülergruppe in die Bahn nach Fulda. Die Schüler informieren die Polizei, die den Schwarzfahrer auf vier Pfoten in Fulda in Empfang nehmen. Dort holt „Aichas“ Besitzer seine Hündin unversehrt wieder ab. / jos, dpa

Schwarzfahrer auf vier Pfoten: Hündin büxt aus und fährt im Zug nach Fulda

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