Jugendpreis 2018: Moritz Jökel (17) brennt für die Feuerwehr

16. April 2018
Rommerz

Moritz Jökel aus Rommerz ist einer von 15 Kandidatinnen und Kandidaten, die die Chance auf den Jugendpreis 2018 haben. Der 17-Jährige hat mehrere Ehrenämter in der Feuerwehr inne. Der Preis wird von unserer Zeitung und von move36 mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes ausgelobt. Ab 28. April können Sie, liebe Leserinnen und Leser, dann für Ihren Favoriten abstimmen.

Von unserem Redaktionsmitglied Nadine Buß

Mit 17 Jahren eine so lange Liste an Ehrenämtern wie Moritz Jökel zu haben, das kann nicht jeder von sich behaupten. Er war bereits als Jugendsprecher der Gemeinde Neuhof, der Jugendfeuerwehr Rommerz und der Kreisjugendfeuerwehr Fulda ehrenamtlich tätig. Jetzt ist er Fachbereichsleiter des Jugendforums. Der Schüler brennt für die Feuerwehr.

Cargando reproductor ...

Ein Zeltlager oder ein Völkerballturnier für 50 Mannschaften organisieren und mit anderen Jugendlichen die Flughafenfeuerwehr der Bundeswehrkaserne in Fritzlar besichtigen – Moritz Jökel ist ein Organisationstalent, wenn es darum geht, Veranstaltungen für seine Kameraden zu planen. Kein Wunder, dass das Engagement des Schülers von seiner „großen Familie“, wie er die Feuerwehr bezeichnet, geschätzt wird und er daher von seinem Team für den Jugendpreis vorgeschlagen wurde.

Mit zehn Jahren ist Jökel der Jugendfeuerwehr in Rommerz beigetreten. Bereits sein Vater hat sich dort engagiert; sein Opa war Wehrführer. „Ich habe aber aus eigenem Antrieb gesagt: Die Feuerwehr – das ist meins“, stellt der Jugendliche klar. Stolz und Leidenschaft sind herauszuhören.

Seit 2015, als er zum Gemeindesprecher von Neuhof gewählt wurde, ist die Liste seiner Ehrenämter immer länger geworden: Zwei Jahre lang war er Kreisjugendsprecher der Kreisjugendfeuerwehr Fulda. Seit 2016 arbeitet er im Fachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit. Im Februar kam das Ehrenamt als Fachbereichsleiter Jugendforum bei der Kreisjugendfeuerwehr hinzu.

„Ich bin das Sprachrohr für meine Kameraden. Wünsche und Anregungen – all das leite ich den Betreuern auf Landesebene weiter und sorge dafür, dass diese umgesetzt werden“, erklärt Jökel und nennt ein Beispiel: „Wenn sich Jugendliche einen Workshop über den Tunnelrettungszug wünschen, kümmere ich mich darum.“

Neben der Planung und Organisation ist der Jugendliche natürlich auch für die Freiwillige Feuerwehr in Rommerz im Einsatz. Da kann es schon einmal sein, dass der Melder nachts um zwei Uhr geht. Von Freunden werde er immer gefragt, wie er das schaffe. „Weil es Spaß macht“, platzt es aus ihm heraus. „Ich habe kein Problem damit, nachts für zwei Stunden unterwegs zu sein und am nächsten Morgen wieder in die Schule zu gehen.“ Auf sein Abitur will er sich im kommenden Jahr trotzdem gut vorbereiten.

Wie viel Zeit er für die Ehrenämter aufbringt, könne er nicht genau sagen. Allein für den Einsatzdienst seien es etwa 200 Stunden im Jahr. Die Jugendarbeit sei da noch nicht mit eingerechnet. „Ich schreibe mir nicht die Arbeitszeit für jede Anmeldung auf, die ich entgegennehme.“ Unter einen Hut bekomme er aber alles recht gut.

„Was mich antreibt, ist die Gemeinschaft“, sagt der Rommerzer. Ob sie sich nun mitten in der Nacht zu einem Einsatz treffen oder auch mal privat etwas unternehmen – „es ist ein tolles Gefühl, in einem so starken Team zu sein“, sagt er. Und genau darauf komme es an, denn in der Feuerwehr gehe nichts alleine, sondern nur im Team. Beispielsweise wenn man eine Person aus dem Auto schneiden müsse, dann brauche man dazu vier bis fünf Leute. „Außerdem ist es natürlich schön, Menschen helfen zu können“, so Jökel.

Zudem programmiert der 17-Jährige gerne, der für nächstes Jahr bereits eine Ausbildungsstelle als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung sicher hat. Seine Kenntnisse kommen ebenfalls der Feuerwehr zugute: Für das Völkerballturnier hat er ein Auswertungsprogramm geschrieben.