Katholikenrat im Bistum Fulda im Dialog mit Bundestagskandidaten

07. September 2017
Fulda

Demokratie – ein kostbares Gut: Unter diesem Motto hatte der Katholikenrat im Bistum Fulda zu einer Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten eingeladen. Um die 60 Zuhörer verfolgten die Debatte im Kolpinghaus.

Darüber berichtet das Bischöfliche Generalvikariat in einer Pressemitteilung, die Sie nun im Wortlaut lesen:

„Demokratie ist ein kostbares Gut. Sie erfordert das Aushandeln und den Austausch gegensätzlicher Interessen und Standpunkte. Um in diesem Sinne die demokratische Streitkultur zu pflegen, bietet der Katholikenrat ein Wahlforum an“, so brachte der Vorsitzende des Katholikenrates, Steffen Flicker (Fulda), das Anliegen der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl auf den Punkt.

Auf Einladung des Katholikenrats fanden sich die Kandidaten der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien Nick Amoozegar (Die Linke), Michael Brand (CDU) und Walter Rammler (Bündnis 90/Die Grünen) im Kolpinghaus in Fulda zu einer Diskussionsveranstaltung ein.

Birgit Kömpel, die Direktkandidatin der SPD, musste ihre Teilnahme wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen. Hermann Diel vom Hessischen Rundfunk moderierte das Gespräch, zu dem sich circa 60 Zuhörer im Fuldaer Kolpinghaus eingefunden hatten.

Unter Beteiligung der anwesenden Bürgerinnen und Bürger wurden folgende Themen diskutiert: „Arbeit und Gerechtigkeit“, „Kinder und Familien“, „Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ und „Generationengerecht und geschlechtergerecht gut Leben“.

Zunächst erhielten die Kandidaten die Gelegenheit, sich und ihre politischen Ziele vorzustellen, bevor sie sich den Fragen des Publikums stellen mussten. Überraschend herrschte bei den Fragen zum Themenblock Arbeit und Gerechtigkeit weitgehend Einigkeit darüber, dass Handlungsbedarf in Bezug auf die zunehmende Kinder- und Altersarmut bestehe und prekäre Arbeit bekämpft werden müsse. Kontrovers wurde über das Thema Frieden diskutiert.

Während Michael Brand die besondere Verantwortung Deutschlands in Bündnissen wie der NATO betonte und die Auslandseinsätze der Bundeswehr verteidigte, sprach sich Nick Amoozegar gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr aus und forderte den Stopp von Rüstungsexporten. Walter Rammler sprach sich für eine Stärkung des Umwelt- und Klimaschutzes als Voraussetzung für eine friedliche und gerechte Weltordnung aus.

Nach einer Abschlussrunde der Kandidaten beendete Steffen Flicker die Veranstaltung mit einem Appell an alle Christinnen und Christen, diskriminierenden und menschenverachtenden Positionen zu widersprechen und Haltung für eine starke Demokratie zu zeigen, und rief dazu auf, am 24. September wählen zu gehen.