Kleingärtner an der Ochsenwiese sauer: „Wehren uns gegen schnelle Abwicklung“

10. Juli 2017
Fulda

86 Jahre nach seiner Gründung steht der Fuldaer Kleingartenverein Waidesgrund vor dem Aus. Das Areal rund um die Ochsenwiese soll komplett neugestaltet werden. Die Kleingärtner sind nun sauer angesichts fehlender Informationen durch die Stadt. „Wir wehren uns gegen eine schnelle Abwicklung“, sagen sie.

Die Stadtspitze sieht die geplante Neugestaltung des Areals als große Chance. Zahlreiche neue Wohnungen sollen entstehen, der Kongressstandort soll gestärkt werden, eine Erweiterung des Esperanto ist in der Diskussion, und durch ein großes Parkhaus auf der Ochsenwiese sollen die seit langem beklagten Engpässe behoben werden.

OB Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) sieht eine „einmalige Entwicklungsmöglichkeit“. Die Kleingartenanlage Waidesgrund mit ihren 113 Parzellen jedoch muss weichen. Das weiß der Vorstand, und akzeptiert es angesicht der Begründung auch. Dennoch ist der Unmut groß – und die Stimmung im Verein ist laut Kibler „ganz schlecht“. Der Zeitraum ist das Problem.

Kleingärtner an der Ochsenwiese sauer: „Wehren uns gegen schnelle Abwicklung“

Foto: Eike Zenner

„Die Rede ist immer von 2018 – dass es so schnell geht, kann nicht sein“, sagt Gartenwart Arnold Wastl und betont: „Wir wehren uns gegen diese schnelle Abwicklung.“ Die Kleingärtner sagen, sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. „Wir haben bis heute keine rechtsgültige Kündigung und werden nicht informiert“, beklagen Vorsitzender Kibler und sein Stellvertreter Wolfgang Schleicher.

Im Herbst 2016 habe es ein erstes Gespräch mit Wingenfeld und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) gegeben. Bei einer Mitgliederversammlung Anfang Januar erläutertet die Stadt den Kleingärtnern die Planungen für das Areal. Ergebnis: Die Gärten kommen weg. Ende 2018 soll Schluss sein im Waidesgrund. Seither, so berichtet es der Vorstand, habe man von der Stadt wenig gehört.

Kleingärtner an der Ochsenwiese sauer: „Wehren uns gegen schnelle Abwicklung“

Das Esperanto – hier aufgenommen aus Richtung der Kleingartenanlage – hat in der Vergangenheit bereits über eine Erweiterung nachgedacht. / Archivfoto: Helmut Abel

Die Unsicherheit im Verein sei gewachsen. Wann müssen die Parzellen geräumt werden? Was passiert mit dem Vereinsvermögen? Was ist mit der Gaststätte? Was wird aus den Gartengeräten und Maschinen? „Die Mitglieder sind jetzt zunehmend erbost“, sagt Kibler. Der Vorsitzende gibt sich kämpferisch: „Solange wir keine Kündigung haben und es kein Gespräch gegeben hat, werden wir keine Schätzung der Gärten auf dem Gelände zulassen und alles anwaltlich prüfen.“

Was die Stadt dazu sagt, wann die Kündigung ausgesprochen werden soll, wie viel Geld die Stadt für die Entschädigungen der Kleingärtner bereitstellen wird und warum der Kleingartenverein nicht das Angebot eines Umzugs wahrnimmt, sondern wohl aufgelöst wird, lesen Sie am Freitag in unserer ausführlicheren Berichterstattung zum Thema in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im E-Paper. / zen

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Noch ist das Areal zwischen dem Hotel- und Kongresszentrum Esperanto und Zieherser Weg/Baugulfstraße an den Kleingärtnerverein Waidesgrund verpachtet. Doch der Magistrat hat statt gepflegter Grünanlagen gut angebundenen Wohnraum vor Augen. Sowohl dafür, als auch für mehr Parkplätze auf der Ochsenwiese, soll ein Konzept erarbeitet werden. Das stellte die Stadt am heutigen Mittwochabend vor.

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