Klinikum Fulda kooperiert mit Klinikum Kassel bei Transplatationen

01 dic 2016 / 16:33 H.
Fulda/Kassel

Beim Thema Transplantation arbeitet das Klinikum Fulda in Zukunft mit dem Klinikum Kassel zusammen: Während in Fulda die eigentlichen OPs stattfinden sollen, übernimmt Kassel die Vor- und Nachsorge.

Folgend lesen Sie eine Pressemitteilung des Klinikums Fulda in gekürzter Fassung:

Das Klinikum Kassel und das Klinikum Fulda sind die Gesundheitseinrichtungen der Maximalversorgung der Region Nord-Ost-Hessen. Für eine optimale Versorgung der Patienten gleichen beide Kliniken die Abläufe und Behandlungsmaßnahmen an. Die Transplantation erfolgt im Klinikum Fulda, das Klinikum Kassel übernimmt die Vorbereitung und auf Wunsch auch die stationäre Behandlung nach der Transplantation sowie die ambulante Nachsorge.

„Als Maximalversorger bieten beide Krankenhäuser der Bevölkerung einen Zugang zur Spitzenmedizin“, so Karsten Honsel, Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen und Geschäftsführer des Klinikums Kassel. „Mit dem gemeinsamen Transplantationszentrum baut das Klinikum sein Leistungsspektrum weiter aus und wir füllen auf der Karte der Trans-

plantationszentren den bisher weißen Fleck Nordhessen. Patienten aus Nordhessen können nun einen Teil des Transplantationsprozesses wohnortnah durchlaufen.“

Gegenwärtig kommen in Deutschland über 3000 Patienten jährlich neu auf die Warteliste. Sie warten im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre auf eine neue Niere. Diese Patienten werden in der Regel dreimal in der Woche für mehrere Stunden an der Dialyse behandelt. Eine Transplantation bietet die Chance auf ein Leben ohne diese Einschränkung.

Im Klinikum Fulda werden solche Transplantationen seit vielen Jahren mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen durchgeführt. Dieses Angebot wollen Kassel und Fulda zukünftig gemeinsam auch für Nordhessen vorhalten.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstandes des Klinikums Fulda, lobt die gute Kooperation zwischen den beiden Häusern. „Wir arbeiten schon seit Jahren gut zusammen, beispielsweise in der Kinderchirurgie und der Radiologie. Gemeinsam tragen wir Verantwortung für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region. Dafür teilen wir unsere Ressourcen an Können, Wissen und Hochtechnologie miteinander. Dieses Versprechen lösen wir einmal mehr mit der Optimierung unseres Transplantationszentrums ein.“


„Ein großer Teil der Patienten aus Nordhessen, für die eine Nierentransplantation in Frage kommt, ist bereits mit uns in Kontakt, beispielsweise durch die Dialyse oder andere akut zu behandelnde Komplikationen bei Nierenversagen“, erläutert Prof. Dr. Jörg Plum, Direktor der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Rheumatische Erkrankungen und Nephrologische Diabetologie im Klinikum Kassel. Um festzustellen, ob eine Nierentransplantation möglich ist, ist eine Reihe vorbereitender Untersuchungen notwendig, unter anderem von Herz-, Lunge und Gefäßen sowie zur einwandfreien Funktion anderer Organsysteme, außerdem Laboruntersuchungen. Diese können Patienten auf Wunsch bei einem stationären Aufenthalt im Klinikum Kassel vornehmen lassen.

Wenn die Fachleute im Klinikum anhand der Ergebnisse eine Transplantation empfehlen, wird der Patient im Entscheidungsgremium vorgestellt, das mit Ärzten aus Kassel und Fulda besetzt ist und die Transplantationsfähigkeit bestätigen muss. Prof. Plum geht davon aus, dass jährlich 10 bis 15 Patienten aus Nordhessen für die gemeinsame Warteliste vorbereitet werden.

Die Klinik für Nephrologie des Klinikums Kassel hat für diese Patienten zusätzlich direkte Ansprechpartner zur Information, Beratung und Koordination etabliert. Damit wird künftig auch das Team der Transplantationsbeauftragten im Klinikum verstärkt werden, betont Svenja Ehlers, Kaufmännische Direktorin im Klinikum Kassel. Das Klinikum Kassel ist bereits heute zum Thema Organspende sehr engagiert und arbeitet mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) eng zusammen.


Das Fuldaer Nierentransplantationszentrum wird Prof. Dr. Marion Haubitz (Direktorin der Medizinischen Klinik III) und sowie Prof. Dr. Tilman Kälble (Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie) geleitet. Die hervorragende Operationsqualität, eine gründliche Vor- und Nachsorge sowie die besonders enge fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Urologen und Nephrologen seien wesentliche Merkmale des Fuldaer Zentrums, sagt Prof. Dr. Kälble, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist. „Der Erfolg unseres Transplantationszentrums“ ist für Prof. Dr. Kälble „nur durch engagiertes Teamwork vieler möglich“. Die Organtransplantationen werden von einer eingespielten Mannschaft aus Urologen und Anästhesisten des Klinikums Fulda durchgeführt.

„Die Patienten profitieren von der langjährigen Erfahrung in der nephrologischen Betreuung transplantierter Patienten“, sagt Prof. Dr. Haubitz. Sie gilt als ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Dialyse und Transplantation, der Immundefekte bei chronischer Niereninsuffizienz sowie der Autoimmunerkrankungen, und ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie und Mitglied im „Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“ der Bundesregierung.

„Das komplette Transplantationsteam ist rund um die Uhr einsatzbereit“, sagt André Eydt, der Kaufmann im Vorstand des Klinikums Fulda. Als Krankenhaus der Maximalversorgung verfüge das Klinikum Fulda über Operationssäle mit moderner technischer Ausstattung und über die erforderlichen intensivmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten. „Eine Besonderheit der Einrichtung ist sicherlich die personelle Kontinuität der Transplantations-Mannschaft mit sehr erfahrenen Oberärzten und einem exzellenten Pflegeteam, die seit vielen Jahren miteinander arbeitet und die hohe Ergebnisqualität ermöglicht“, so Prof. Dr. Haubitz. Die Zahlen sprechen für sich: die Transplantatüberlebensrate bei Lebendspende liegt in Fulda nach fünf Jahren bei 100% (in Deutschland bei 87,5%) bei Nieren von Verstorbenen bei 84% (in Deutschland bei 74,3%).

Nach der operativen Nierentransplantation können die Patienten im Klinikum Fulda bleiben oder auf Wunsch im Klinikum Kassel weiterbehandelt werden. Das gilt auch für die wichtige Phase im ersten Jahr nach der Transplantation. Im Klinikum Kassel sind neben Nephrologie und Urologie ebenfalls alle wichtigen Fachdisziplinen zur optimalen Versorgung von nierentransplantierten Patienten vertreten.

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