Konjunkturbericht der IHK-Fulda: Unternehmen blicken vorsichtiger in dieZukunft

23. Mai 2016
Region

Schlechter als im Januar schätzen hiesige Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation ein. „Die Konjunktur in der Region tritt leicht auf der Stelle“, erklärt Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage.

Etwas mehr als 36 Prozent der Betriebe berichteten im Mai von einer guten Geschäftslage. Das sind 5 Prozentpunkte weniger als zu Beginn des Jahres. Gleichzeitig ist die Zahl der Unternehmen mit aktuell befriedigendem Geschäftsverlauf auf 58,4 Prozent gestiegen, im Januar waren es erst 52,4 Prozent. Lediglich 5 Prozent der Unternehmen sprechen von einer schlechten wirtschaftlichen Lage. Der Blick in die kommenden Monate fällt zurückhaltender aus. Ein Viertel der Betriebe geht von einer eher günstigen Geschäftslage aus. Im Januar waren es noch 36,7 Prozent. In etwa gleich bleiben wird die wirtschaftliche Situation bei 61,8 Prozent der Unternehmen, 13,2 Prozent erwarten dagegen rückläufige Wirtschaftszahlen.

Der Geschäftsklimaindex, der sich aus der Einschätzung der derzeitigen wie auch der zukünftigen Geschäftslage zusammensetzt, ist im Mai auf 121,1 Punkte gesunken. Im Januar waren es sogar 130,1 Punkte. Damit liegt der aktuelle Geschäftsklimaindex auch unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau von 123,5 Punkten. Die vorsichtigere Einschätzung seitens der Unternehmen ist vor allem auch deswegen bemerkenswert, weil wichtige wirtschaftliche Rahmendaten, wie Kreditzinsen und Energiepreise günstig sind und sich auf nach wie vor sehr niedrigem Niveau bewegen.

Privat-Konsumenten stabilisieren Handel

Bei den Industriebetrieben sprechen nur noch 37,5 Prozent von einer aktuell guten Geschäftslage, im Januar waren es 50 Prozent. Befriedigend ist die aktuelle Geschäftslage bei 48,3 Prozent der Industriebetriebe, im Januar waren es 42,3 Prozent. Die Zahl der Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges, die eine günstigere Entwicklung in den kommenden Monaten erwarten, ist von 48 Prozent im Januar auf aktuell 30 Prozent gesunken, entsprechend angestiegen sind dagegen die Annahmen einer eher gleichbleibenden Geschäftslage.

Leicht gegenläufig ist die Einschätzung des Handels. Hier hat die Zahl der Unternehmen mit guter derzeitiger Geschäftslage im Vergleich zur Januarumfrage von 32 auf 37,5 Prozent zugenommen und auch die Umsatz- und Ertragserwartungen in den kommenden Monaten sind in dieser Branche recht stabil. Damit wird deutlich, dass die private Konsumnachfrage nach wie vor ein Stabilitätsanker ist.

Bei den Dienstleistungen sprechen 38,5 Prozent von einer guten, 61,5 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Innerhalb dieser Branche sind vor allem die Banken skeptisch hinsichtlich der Perspektiven für die kommenden Monate.

Größte Unsicherheit: Fachkräftemangel und Inlandsnachfrage

Diese Einschätzung führt insgesamt dazu, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im IHK-Bezirk zwar nach wie vor hoch, aber im Vergleich zum Jahresbeginn leicht abnehmend ist. Besonders ausgeprägt ist diese Tendenz bei den Industriebetrieben: Hier rechnen nur noch ein Drittel der Firmen mit zunehmenden Investitionskosten – im Januar waren es noch über 60 Prozent. 12,5 Prozent der Firmen rechnen mit rückläufigen Investitionsaktivitäten, im Januar waren es noch 3,8 Prozent.

Recht stabil dagegen dürfte der Arbeitsmarkt in der Region bleiben. Rund 17 Prozent der Firmen gehen sogar von steigenden Beschäftigtenzahlen aus, bei 76 Prozent der Firmen bleibt die Arbeitnehmerzahl weitgehend konstant. Bei den recht beschäftigungsintensiven Industriebetrieben sprechen sogar 25 Prozent von wachsenden Beschäftigungszahlen, ein Indiz für Stabilität auf dem Beschäftigungsmarkt. Im Januar waren es noch 19 Prozent. Die größte Unsicherheit für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen im Fachkräftemangel und in der Inlandsnachfrage.

„Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt für die regionale Wirtschaft eine klassische Seitwärtsbewegung auf. Die Unternehmen blicken etwas vorsichtiger in die Zukunft und schätzen vor allem ihre Exportaussichten zurückhaltender ein“, kommentiert Stefan Schunck die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. / sre