Nach tödlichem Unfall am Free Fall Tower liegt medizinisches Gutachten nun vor

25. Juli 2017
Hoherodskopf/Hainzell

Die zwölfjährige Sina Erb aus Hainzell starb 2015, nachdem sie bei einem Sprung vom Free Fall Tower auf dem Hoherodskopf verunglückt war. Jetzt liegt der Staatsanwaltschaft Gießen das letzte wichtige Detail für eine abschließende Entscheidung vor.

Von unserem Redaktionsmitglied Corinna Hiss

Sina Erb, die zwölf Jahre alt war, wagte am 31. August 2015 auf dem Hoherodskopf den Sprung aus dem neun Meter hohen Free Fall Tower, den der Betreiber, die Firma H&D Kletterwald GmbH & Co. KG als neueste Attraktion aufgestellt hatte. Der Sprung hatte fatale Folgen: Das Mädchen hielt sich, vermutlich aus Angst, beim Springen am Geländer fest, geriet dadurch in Schieflage und stürzte auf den harten Boden.

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Der schreckliche Unfall am Free Fall Tower auf dem Hoherodskopf Ende August hat leider kein glückliches Ende genommen. Das verunglückte Mädchen aus Hosenfeld starb vor wenigen Tagen. Es hatte bei einem Sprung in neun Meter Tiefe ein Luftkissen nicht genau getroffen.

Einen Monat später starb sie an den Folgen des Unfalls. Ihre Eltern Jürgen und Beatriz Erb warten seitdem darauf, dass die zuständige Staatsanwaltschaft Gießen Anklage erhebt. Sie selbst treten als Nebenkläger auf. Dass dies bislang noch nicht erfolgt ist, lag an krankheitsbedingten Verzögerungen seitens der Staatsanwaltschaft, aber auch daran, dass ein medizinisches Gutachten des rechtsmedizinischen Instituts in Gießen noch nicht vorlag.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt Staatsanwalt und Pressereferent Thomas Hauburger nun mit: „Das Gutachten ist jetzt eingetroffen. Es befasst sich mit der konkreten Todesursache von Sina Erb.“ Was die Ärzte bei der Obduktion genau herausgefunden haben, möchte er nicht sagen. „Details werden aus Rücksicht auf die Verteidigung noch nicht öffentlich gemacht“, sagt er.

Denn: Die Betreiber des Free Fall Towers werden nun selbst die Möglichkeit haben, Einsicht in das medizinische Gutachten zu bekommen. Laut Hauburger war das Gutachten das letzte Detail, das noch fehlte, bevor die Staatsanwaltschaft eine Abschlussentscheidung trifft – das könnte eine Anklage sein, aber auch die Einstellung des Verfahrens. „Die Abschlussentscheidung wird in den nächsten drei Monaten gefällt“, sagt er.

Jürgen Erb, Sinas Vater, ist froh, dass sich die Staatsanwaltschaft nun auf der Zielgeraden befindet. „Jetzt scheint es wohl voranzugehen“, ist er optimistisch. Auch er hätte Einsicht ins Gutachten. „Aber das werde ich mir nicht antun können. Es geht schließlich um meine Tochter“, sagt der Hainzeller.