Neues Antiwindkraftlied von Rhöner Säuwäntzt

09 Mrz 2014 / 08:32 H.
Region

Die Gruppe Rhöner Säuwäntzt schlägt nachdenkliche Töne an: In einem neuen Lied positionieren sie sich klar gegen Windräder in der Region. Der Song sorgt nun bundesweit für Aufsehen.

Melodie und Text stammen aus der Feder von Martin Caba. Den 47-jährigen Krankenpfleger, der wie seine Bandkollegen aus Lütter kommt, beschäftigt das Thema schon lange. "Ich möchte die Leute bewegen, auch einmal von einem anderen Blickwinkel auf Windkraft zu schauen", sagt Caba. "Viele Menschen, die für Windkraft sind, brandmarken andere, die Fragen dazu stellen, schnell als Atomkraft-Befürworter", sagt er. Aber wenn man sich erst mal mit dem Thema beschäftige, stelle man eben fest, dass alles nicht so einfach sei. "Windkraft zerstört die Natur, anstatt sie zu schützen", erklärt Caba seinen Standpunkt. Ein Beispiel dafür sei die Rodung von Waldstücken, um dort Windräter aufzustellen. "Vor 20 Jahren hieß es noch, der Wald müsse unbedingt geschützt werden", sagt der 47-Jährige. Darum geht es auch in dem "Antiwindkraftlied".

"Die Reaktionen, die wir bekommen haben, waren unglaublich positiv", sagt Caba. Er hatte das Lied auf die Musikplattform "Soundcloud" gestellt, auf der man es sich kostenlos anhören und auch den Text abrufen kann. "Es war keine zwölf Stunden drin, da hatten es schon 1000 Leute angeklickt", sagt der 47-Jährige. Auch auf Facebook habe sich das Ganze rasant verbreitet.

Doch das war noch nicht alles: "Ich habe E-Mails von Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland bekommen", sagt Caba und fügt an: "Der Liedtext spreche ihnen aus der Seele, hieß es darin, und habe den Ton genau getroffen."

Caba will bei dem Thema Stellung beziehen, für seine Heimat und deren Traditionen setzt er sich nicht erst seit gestern ein – auf ungewöhnliche Weise. Denn: Die Rhöner Säuwäntzt erhalten mit ihren Liedern die Mundart der Region am Leben. Seit 1994 gibt es die Gruppe, und seitdem machen sie Musik auf Rhöner Platt. "Der Dialekt stirbt ja aus" begründet Caba und ergänzt: "Durch die Musik wird den Menschen die Mundart wieder näher gebracht."

Um Jugendliche anzusprechen, hat er weitere Projekte geplant. Caba plant zum Beispiel, eine CD aufzunehmen, auf der moderne Songs auf Rhöner Platt gesungen sind. Anecken wird die Band weiterhin. Denn Caba möchte Dinge hinterfragen: "Gutmenschentum ist mir suspekt", sagt er.

Textauszug: "Aus unserm Wald ja da wird en Industriepark gemacht - zweihundert Meter hohe Windräder mit Blinklichter in de Nacht. Sie reden uns ein, dass man die Welt mit Windkraft retten kann, dabei ziehn sich Industriewölfe bloß ein grünes Schafsfell an. Die Leut', die denken Windkraft, das wär ne saubre Sach, den'n sag' ich nur, das hab ich zuerst auch noch gedacht, aber Windkraft, die zerstört Natur und bringen tut se nix. Ivch frach mich wer die Umwelt vor den Umweltschützern schützt."
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