Oktoberwind plant Windräder auf Burkhardser Kopf und schmettert BI-Gutachten ab

26. März 2015
EICHENZELL/GERSFELD

Das Gersfelder Unternehmen Oktoberwind hat für einen sechsstelligen Betrag die Planungen für drei Windräder auf dem Burkhardser Kopf bei Eichenzell übernommen.

Geschäftsführer Holger Schwarz sieht dies als „Chance für Eichenzell“. „Windräder werden dort in jedem Fall gebaut. Wenn wir als regionales Unternehmen nicht bauen, könnte ein internationaler Investor kommen.“

Wichtiges Gegenargument der Bürgerinitiative, die ohnehin kein eigenes Klagerecht besitze, sei ein zu Jahresbeginn vorgelegte Vogelfluggutachten. „Unsere Experten sagen mir aber, dieses Gutachten sei weder fundiert noch gerichtsfest. Es ist gar kein Gutachten. Die Beobachter missachten ihre eigenen Standards, etwa dadurch, indem sie ihre Beobachtungsorte nicht nennen“, erklärt Schwarz.

„Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, werden wir für die geplanten Anlagen auf Eichenzeller Gebiet eine Baugenehmigung erhalten“, ist er überzeugt. Mit seiner Investition wolle er dazu beitragen, dass Eichenzell seinen Strom selbst erzeugen könne. „Möglicherweise sind manche Eichenzeller jetzt gegen das Projekt. Später werden sie es mögen“, sagt er.

Oktoberwind hat Verfahren am Laufen

Das Gersfelder Unternehmen hat, zum Teil schon vor Jahren, an sieben Standorten in den Kreisen Fulda und Vogelsberg Bauanträge für insgesamt 16 Windkraftanlagen gestellt. Abschließende Bescheide hat das Unternehmen noch für keinen einzigen Standort. Dort, wo die Regierungspräsidien eine Genehmigung ablehnten, klagt Oktoberwind auf eine entsprechende Erlaubnis. „Keines dieser Verfahren ist rechtskräftig abgeschlossen. Wir sind sehr optimistisch, dass wir am Ende Baurecht erhalten. Wir haben Zeit, Geduld und gute Anwälte“, sagt Schwarz.

Dass Oktoberwind seine Genehmigungsanträge bislang für Flächen gestellt hat, die von der Regionalplanung derzeit nicht als zukünftige Vorrangfläche vorgesehen sind, bedeute nicht, dass es keine Chance auf Genehmigung gebe. So lange es keinen gültigen Regionalplan gebe – der wird gerade erst aufgestellt – könne jeder Investor nach Bundesrecht einen Genehmigungsantrag stellen. Schwarz geht aber ohnehin davon aus, dass gegen den neuen Regionalplan sofort nach seinem Inkrafttreten geklagt und dieser von Gerichten außer Kraft gesetzt wird.

In der Rhön hält er die Festlegung, im Biosphärenreservat grundsätzlich keine Windräder zuzulassen, für nicht haltbar. „Jeder Standort muss genau auf seine Eignung untersucht werden. Das tun wir, wenn wir planen. Der pauschale Ausschluss des halben Landkreises von Windkraftplanungen ist nicht haltbar“, ist Schwarz überzeugt. Gegen den Landesentwicklungsplan, der den Regionalplänen zugrunde liegt, hat Schwarz im vergangenen Jahr Klage eingereicht. „Der Plan hat viele Mängel. Dazu gehört, dass die Festlegung von 1000 Metern Mindestabstand zum Ortsrand abwägungsfehlerhaft ist“, sagt Schwarz.