Plastikteile im Dünger aus Biothan-Anlage

04. November 2013
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Fulda

Bürger haben Plastikteile auf Feldern im Landkreis Fulda gefunden. Diese stammen offenbar von Gärresten aus der Biothan-Anlage am Finkenberg, die auf den Äckern ausgebracht werden. Das kritisiert die Bürgerinitiative Pro Lebensraum Großenlüder scharf. Die Biothan GmbH wehrt sich.

Rund zehn Tonnen Kunststoff enthält der Gärrest aus der Biogasanlage am Finkenberg in Kleinlüder im Jahr, sagt Biothan-Geschäftsführer Jürgen Wiese. Das seien allerdings lediglich 0,1 Prozent der gesamten Trockensubstanz – und liege damit noch weit unter dem gesetzlich vorgeschrieben Grenzwert von 0,5 Prozent.

Dennoch klagt Kerstin Desch-Wöhrl, Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Lebensraum Großenlüder: "Wir sind besorgt, dass die Umwelt durch eine solche Praxis mit Plastikmüll verunreinigt." Der Boden und Gewässer könnten stark belastet werden und erhebliche Schäden bei der Wanderung durch die Nahrungskette entstehen. "Und am Ende dieser Wanderungskette steht der Mensch", warnt die Umweltschützerin.

In der Biothan-Anlage werden pro Jahr 62.000 Tonnen organische Abfälle aus dem Landkreis Fulda behandelt. Dazu gehören Lebensmittelabfälle aus Supermärkten und der Inhalt der Bio-Tonne. Der Kunststoff im Gärrest stammt beispielsweise von Lebensmittelverpackungen oder Fremdstoffen, die fälschlicherweise in der Bio-Tonne entsorgt wurden. Mittlerweile wurden allerdings die Prozesse in der Anlage verbessert und unter anderem ein feineres Sieb eingebaut, das die Fremdstoffe filtert, erklärt Geschäftsführer Wiese. "Eine Nullemission kann es aber nicht geben." Rückendeckung erhält er vom Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, Dr. Hubert Beier: "Da die in der Anlage vergärten Verpackungen vorher Lebensmittel enthielten, gehe Ich nicht davon aus, dass die gefundenen Kunststoffe gefährlich sind."

Dennoch hat die Bürgerinitiative die Gemeinde Großenlüder, den Landkreis Fulda sowie die Regierungspräsidien Kassel und Darmstadt in einem Schreiben aufgefordert, "solche umweltgefährdenden Praktiken zu unterbinden". Denn schon bei der Erteilung immissionsschutzrechtlicher oder bauordnungsrechtlicher Genehmigungen müsse sichergestellt werden, dass kein Plastik in den Kompost gerät.