Platz für Windräder ist bereits markiert

Regierungspräsidium vor Entscheidung über Anlagen bei Dammersbach

04. Februar 2014
Hünfeld/Hofbieber

Seit einem Jahr beraten Bürger und Politiker den Regionalplan zur Festlegung von Windkraftstandorten. Trotzdem könnte schon Ende Februar zwischen Hofbieber und Hünfeld der erste Windpark im Kreis erlaubt werden. Das führt zu Empörung in der Bevölkerung

"Sollte das Regierungspräsidium die Windräder auf der Rotlöwenkuppe erlauben, wäre das ein beispielloser Vertrauensbruch", empört sich Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU). Auch die Bewohner des Stadtteils Dammersbach sind sauer. Sie bauten bisher auf die Zusage des Regierungspräsidiums (RP), dass vorliegende Bauanträge für Windräder so lange auf Eis gelegt würden, bis die Beratung des Regionalplans abgeschlossen ist.

Die Firma Abo-Wind will auf der Rotlöwenkuppe bei Hofbieber-Traisbach sieben Windräder mit einer Nabenhöhe von 141 Metern bauen. Alle Hofbieberer Fraktionen haben das Projekt bei einer Abstimmung 2011 unterstützt. Das Gelände gehört der Gemeinde. "Den Fraktionen geht es um die Energiewende, aber wir haben auch ein finanzielles Interesse", räumt Bürgermeister Markus Röder (parteilos) ein.

Werden alle sieben Anlagen genehmigt, erhält die Gemeinde bereits ab Baubeginn 168 000 Euro pro Jahr, wie Röder bestätigt.

"Wir erwarten die letzten Gutachten bis Anfang Februar. In der zweiten Februarhälfte, eher gegen Ende des Monats, wird über die Genehmigungsanträge entschieden", berichtet Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Das Genehmigungsverfahren läuft nach dem Bundesimmissionsgesetz. Deswegen müssen die Beratungen für den Regionalplan nicht abgewartet werden. "Wir fühlen uns hinters Licht geführt", sagt Hünfelds zukünftiger Bürgermeister Stefan Schwenk.

"Wir waren uns sicher, dass es keine Baugenehmigung vor Abschluss der Regionalplanung gibt. Das hat uns der Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, als er hier war, fest zugesagt", sagt der Dammersbacher Ortsvorsteher Siegfried Bug.

RP-Sprecher Conrad widerspricht: Die Position des RP sei, dass Genehmigungsanträge nur dort auf Eis liegen, wo sie mit dem Regionalplan kollidieren könnten. Dass die Stadt Hünfeld im Verfahren nicht beteiligt wurde, liege am Genehmigungsrecht.

Dass Hofbieber bei den Windkraft-Planungen zeitlich weit vorn ist, bewertet Landrat Bernd Woide (CDU) so: "Ein kreisweit einheitliches Vorgehen wäre schön gewesen, aber Hofbieber hat einen eigenen Weg beschritten."

Fennel kündigt an, die Stadt Hünfeld werde alle möglichen Rechtsmittel nutzen, um gegen eine Genehmigung vorzugehen.

Ortsvorsteher Bug lädt alle interessierten Bürger am nächsten Sonntag, 9. Februar, ab 10 Uhr im Bürgerhaus Dammersbach zu einer Bürgerversammlung ein.

Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Informationen zu diesem Thema lesen sie in der Dienstagsausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper.