Podiumsdiskussion Windkraft: Viele Zuhörer, viele Fragen

20. August 2013
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Künzell

Im Landkreis Fulda liegen 16 Anträge für die Errichtung von Windkraftanlagen vor. Diese Zahl nannte Landrat Bernd Woide (CDU) am Montagabend während der Podiumsdiskussion im Künzeller Gemeindezentrum, zu der die Fuldaer Zeitung geladen hatte. Mehr als 600 Zuhörer, die sich mit zahlreichen Fragen beteiligten, zeigen das breite Interesse, auf das das Thema Windkraftnutzung seit Monaten in der Region stößt.

Woide saß zusammen mit dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU), dem Vorsitzenden der Fuldaer SPD-Kreistagsfraktion, Günter Strelitz, dem Geschäftsführer der RhönEnergie-Tochter SynEnergie, Dr. Marc Oeffner, sowie Gunther Rose als Vertreter der Windkraftgegner auf dem Podium. In der vom Chefredakteur der Fuldaer Zeitung, Michael Tillmann, moderierten Diskussion, äußerte sich der Landrat kritisch über die Umsetzung der Energiewende. Er sprach sich aber gleichzeitig für die Förderung der Erneuerbaren Energien aus und verteidigte den Kurs von RhönEnergie, deren Aufsichtsrat er angehört. Das kommunale Unternehmen plant zwischen Schlüchtern und Sinntal einen Windpark mit zehn Anlagen.

Nach Einschätzung des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU) werden in Nordhessen bis 2020 etwa 800 Windenergieanlagen errichtet werden. Auf den Kreis Fulda könnten davon 80 bis 90 Windräder entfallen. Dr. Marc Oeffner kündigte für die Region eine zusätzliche Wertschöpfung von 35 Millionen Euro pro Jahr für den Fall an, dass 100 Anlagen errichtet werden. Auch SPD-Fraktionschef Günter Strelitz verwies darauf, dass die Windkraft in der Region sinnvoll und behutsam entwickelt werden solle. Ganz anders bewertete Gunther Rose die Entwicklung. Unter großem Beifall der Zuschauer - darunter zahlreiche Mitglieder der insgesamt 15 windkraftkritischen Bürgerinitiativen im Kreis - sprach er dieser Technik die Grundlastfähigkeit ab und forderte, mehr in die Entwicklung von Speichermöglichkeiten zu investieren.

Speicher, Kosten, Rückbau von Anlagen, Flächenverbrauch, Wirtschaftlichkeit, EEG, Abstände und Gefahren für die Menschen waren dann auch einige der Themen, die von den Fragestellern aus dem Publikum angesprochen wurden. Zu einer wirklichen Annäherung der kontroversen Standpunkte kam es während der gut zweistündigen Veranstaltung nicht.

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