Randalierer greift Menschen im Bäckereiladen an: Angreifer wird von einem Polizeischuss tödlich verletzt

13. April 2018
Fulda

Zu einem Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang für den Angreifer ist es am frühen Freitagmorgen gegen 4.20 Uhr in der Fuldaer Flemingstraße gekommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichten, bewarf der Angreifer Mitarbeiter und Polizisten mit Steinen, sodass mehrere Menschen teilweise schwer verletzt wurden.

An der dortigen Bäckerei in der Flemingstraße hatte der Randalierer Steine nach Mitarbeitern geworfen und mehrere Personen teilweise schwer verletzt, berichten das Polizeipräsidium Osthessen und die Staatsanwaltschaft Fulda.

Als die Polizeistreifen eintrafen, griff der Mann die Beamten ebenfalls sofort mit Steinen und vermutlich einem Schlagstock an. Beim Schusswaffengebrauch durch die Polizei wurde der Angreifer in der Seitenstraße, der Eisenhower Straße, tödlich verletzt.

Mehrere Schlaglöcher in den Scheiben der Bäckerei und des danebenliegenden Eingangs der Hausnummer 3 sind vor Ort erkennbar. Nicht nur unmittelbar vor der Bäckerei kam es zu Auseinandersetzungen. Über mehrere Meter in der Flemingstraße verteilen sich Spuren. Mehrere Polizeibeamte sind mit Streifen und einem Polizeihubschrauber vor Ort und sichern den Tatort ab.

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Video: Joscha Reinheimer

Update 11.51 Uhr: Thomas Bertz, Sprecher der Bäckerei, sagte, laut Berichten der Deutschen Presseagentur, am Vormittag: «Unseren beiden Mitarbeitern geht es den Umständen entsprechend gut, aber unser Fahrer musste ins Krankenhaus.» Der Fahrer sei mit Steinen beworfen worden.

Update 12.42 Uhr: Über den Angreifer sei laut FFH und NTV mittlerweile bekannt, dass es sich um einen 19-jährigen Afghanen gehandelt habe, der in der nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft gewohnt hat. Das hessische Landeskriminalamt hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Fulda die Ermittlungen übernommen.

Update 13.22 Uhr: Die Flemingstraße ist ab sofort wieder in beide Richtungen befahrbar. Auch die örtliche Bäckerei hat geöffnet.

Update 13.56 Uhr: Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda bestätigt, dass es sich bei dem Angreifer um einen aus Afghanistan stammenden 19 Jahre alten Flüchtling handelt, der in einer nahe dem Tatort gelegenen Flüchtlingsunterkunft gewohnt hat. Das Motiv sei unklar, für ein politisches Motiv gebe es aber keine erkennbaren Anzeichen.

Update 15.35 Uhr: Laut Augenzeugen fiel der Verkäuferin, die am frühen Morgen vor Ladenöffnung mit Arbeitsvorbeitungen beschäftigt war, der junge Mann auf. Er habe sich merkwürdig verhalten. Deshalb habe sie vorsorglich die Eingangstür verriegelt.

Als der Warenzulieferer mit seinem Lastwagen vor der Filiale eintraf, soll er von dem Mann angegriffen worden sein. Der Fahrer konnte sich durch einen Seiteneingang in die Bäckerei flüchten. Die Mitarbeiter verständigten die Polizei. Das Polizeipräsidium befindet sich in der Nähe der Bäckerei.

Wahrscheinlich flüchtete der Angreifer, als die Beamten eintrafen. Dafür sprechen Spuren am Tatort. Denn erst rund 150 Meter entfernt fielen mehrere Schüsse.

Update 18.04 Uhr: Die Obduktion der Leiche sollte am Freitagabend stattfinden. Ergebnisse will die Behörde am Montag mitteilen.

Gegen den Beamten, der den Randalierer erschoss, werde wegen eines Tötungsdelikts ermittelt, sagte Wilke. Geprüft werden dabei auch, ob Notwehr vorlag. Denn die zu Hilfe gerufenen Polizisten sollen mit Steinwürfen und einem Schlagstock angegriffen worden sein. Ein anderer Beamter erlitt laut Staatsanwaltschaft vermutlich einen Armbruch durch eine Schlagstock-Attacke des Mannes. Geprüft werde auch, ob der Angreifer Alkohol getrunken oder Drogen genommen hatte. Das hessische Landeskriminalamt (LKA) wurde in die Ermittlungen eingeschaltet.

Des Weiteren seien nach den derzeitigen Ermittlungen mindestens drei Schüsse abgegeben worden, berichtet die Staatsanwaltschaft. Noch sei unklar, ob der Angreifer den Auslieferungsfahrer zuvor verfolgt habe. Der Fahrer kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Eine Verkäuferin in der Bäckerei habe bei dem Angriff einen Schock erlitten. / erz, dpa