Rauch in Weyherser Schreinerei: Schnelle Reaktion der Handwerker verhindert Brand

17. Februar 2017
Ebersburg

Die Angestellten der Weyherser Schreinerei Jehn arbeiteten Freitagmittag in ihrer Werkstatt, als sie Qualm bemerkten. Er kam aus einem Bunker für Holzspäne. Schnell informierten sie die Feuerwehr, versuchten selbst zu löschen. Mit ihrer Reaktion verhinderten die Angestellten, dass sich ein verheerender Brand entwickeln konnte – wie zuletzt in mehreren Rhöner Sägewerken.

Von unserem Redaktionsmitglied Lukas Arndt

Die Meldung der Arbeiter ging gegen 13.29 in der Leitstelle ein, die Feuerwehren Ried und Weyhers rückten mit insgesamt 20 Mann aus. Feuer gab es keins, nur der Qualm stieg weiter auf. Um dessen Ursache auf den Grund zu gehen, fingen die Schreiner an, den Bunker zu leeren. Die Feuerwehrleute achteten währenddessen auf versteckte Glutnester.

Die gesamten Späne werden im Laufe des Abends noch aus dem Bunker geholt, berichtete die Feuerwehr am Nachmittag. Einen meterhohen Container hatten sie am Nachmittag bereits gefüllt. Wenn das Lager leer ist, werden die Einsatzkräfte den Bunker nochmal genau unter die Lupe nehmen: Sie müssen sicher sein, dass sich dort keine glimmenden Späne verstecken.

Feuer mit Explosionsgefahr

Denn die Glutnester können es – so klein sie auch sein mögen – in sich haben. „Die fressen sich im Nu durch das Holz“, erklärt Peter Ebert, Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Ebersburg. Die speziellen Bedingungen im Bunker bergen noch eine weitere Gefahr: „Wenn die Späne unvollständig verbrennen, kann CO Gas entstehen – und das ist hochexplosiv.“

„Hätte die Belegschaft, in der auch zwei aktive Feuerwehrleute sind, nicht so schnell reagiert, hätte es zu einem Großbrand kommen können“, lobte Ebert die Angestellten. Ein Feuer in einem Spänebunker hatte vor wenigen in einem Dipperzer Sägewerk einen Großbrand verursacht. In Weyhers brannte im Oktober ebenfalls ein solches Lager.

Wieder Feuer in der Rhön: Spänebunker von Holzfirma brennt

Bei der Schreinerei Jehn war die Situation bis Abends entspannt, die Mitarbeiter richteten ein Gerät zum abpumpen der Späne ein. „Bis der Bunker leer ist, wird es bis in den Abend dauern“, schätzte Einsatzleiter Ebert. Er und fünf seiner Kollegen werden so lange noch Wache halten und das Geschehen mit einer Wärmebildkamera überprüfen. So können sie schnell eingreifen – sollte es doch noch brenzlig werden. Zur Sicherheit haben sie unter und über der Schreinerei bereits Wasserschläuche verlegt.

Holz wird entsorgt

Die Holzspäne sind ein Abfallprodukt der Schreinerei. Sie werden im Bunker gesammelt, um mit ihnen im Winter zu heizen. Die bisher gesammelten Späne kommen dafür aber nichtmehr in Frage: Weil trotz der sorgfältigen Überprüfung der Feuerwehrleute nicht ausgeschlossen werden kann, dass in ihnen ein Glutnest lauert, werden sie entsorgt.

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