Osthessen als Vorbild für Ostasien: TV-Team aus Korea dreht auf Rhöner Bio-Hof

17. Juli 2017
Poppenhausen

Ein Fernsehteam aus Südkorea hat sich auf den weiten Weg in die Rhön gemacht, um in einer Doku zu zeigen, dass Landwirtschaft auch für junge Leute attraktiv ist. Betriebe aus Deutschland sollen Vorbild sein.

Von unserem Redaktionsmitglied Lisa Laibach

„Christof Gensler ist fleißig, zielstrebig und strahlt Ruhe aus. Es ist bewundernswert, wie sehr er seinen Beruf als Landwirt liebt“, sagt Hwang Woo Kwang, Filmproduzent bei dem südkoreanischen staatlichen Fernsehsender KBS, auf koreanisch – eine Mitarbeiterin der Firma übersetzt. Mit seinem Assistenten Yoon Insun war er vier Tage lang in der Rhön, um zu drehen.

„Wir wollen einen Dokumentarfilm über Biolandwirtschaft in ländlichen Strukturen produzieren“, sagt Kwang. „Der Beruf Landwirt ist in Südkorea nicht besonders gefragt. Junge Leute wollen lieber Arzt werden, in der Industrie arbeiten oder einen anderen angesehenen Beruf erlernen“, sagt der Produzent. Die Menschen wandern in die Städte ab, Dörfer verkommen, und es gibt kaum noch selbst erzeugte Lebensmittel.

Der Kontakt zu dem Poppenhausener ist über einen koreanischen Professor, der an der Universität in Frankfurt unterrichtet, entstanden. Seit vielen Jahren organisiert er Exkursionen für Koreaner auf den Bio-Hof nach Poppenhausen. Produzent Hwang Woo Kwang ist begeistert von Genslers Mentalität: „Ich habe den Eindruck, dass die Bauern in Deutschland gerne Bauern sind und ihren Beruf genießen. In Südkorea gibt es das kaum. Das beeindruckt mich sehr.“

Kwang hat das auch so empfunden, als er bei der Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg der Familie Münker und bei Peter Vogel aus Friesenhausen gedreht hat. Die Rhöner Betriebe werden neben zwei anderen deutschen, fünf südkoreanischen und zwei japanischen Betrieben in einer 50-minütigen Sendung im südkoreanischen TV vorgestellt.