Demo nach tödlichen Schüssen vor Bäckerei: Polizei ruft zu Sachlichkeit auf

16. April 2018
Fulda

Friedlich verlaufen ist am Sonntag laut Polizei ein spontaner Demonstrationszug im Stadtgebiet von Fulda. Rund 70 Menschen hatten sich gegen 14.30 Uhr in der Flemingstraße getroffen. Dort war am Freitag ein 19-jähriger Mann aus Afghanistan bei einem Polizeieinsatz durch Schüsse aus einer Dienstpistole ums Leben gekommen.

Wie die Beamten mitteilten, setzten sich die Teilnehmer von der Flemingstraße aus durch die Haimbacher Straße, Langebrückenstraße, Kronhofstraße, Johannes-Dyba-Alle, Schlossstraße und die Rabanusstraße zu einer Abschlusskundgebung auf dem Universitätsplatz in Bewegung. Die Demonstration endete gegen 16.45 Uhr. Es kam zu keinerlei Störungen oder Verkehrsbehinderungen, so die Polizei.

„Für die Polizei stand bei diesem Einsatz der Auftrag, das Grundrecht auf Meinungsäußerung zu schützen und den Demonstrationszug möglichst reibungslos zu ermöglichen, im Vordergrund“, erklärt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen, Christian Stahl, in einer Pressemitteilung. „Das haben wir ganz neutral getan, unabhängig davon, ob aus dem Aufzug heraus Vorwürfe gegen die Polizei erhoben oder Forderungen an unsere Arbeit gestellt wurden.“

„Natürlich haben wir Verständnis für die Trauer und Betroffenheit, die bei den Freunden, Landsleuten und Menschen, die sich mit dem Verstorbenen auf sonstige Weise verbunden fühlen, herrschen“, sagte Christian Stahl. „Dennoch halten wir es für falsch, wenn einige Personen vorschnell und öffentlich ein Urteil über die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen fällen, obwohl die Untersuchung des Vorfalls gerade erst begonnen hat“, ruft der Polizeisprecher abschließend „zu mehr Sachlichkeit“ auf. / sar