Streit um Windkraftpläne am Gieseler Forst entbrannt

26. März 2015
Fulda

Die Stadt Fulda bleibt im aktuellen Entwurf des Regionalplans von Windkraftflächen verschont. Diese Einschätzung teilen die Ortsvorsteher der fünf westlichen Stadtteile allerdings nicht. Denn direkt vor ihrer Haustür, im Gieseler Forst, sind große Flächen geplant. Darüber soll am Montagabend informiert werden.

„Wenn 1000 Meter vom Ortsrand entfernt Windkraftflächen geplant sind, dann kann ich die Aussage, Fulda werde von den geplanten Windkraftflächen verschont, nicht teilen“, sagt Martin Haseneier, Ortsvorsteher von Istergiesel. Er lehnte die geplanten Flächen ab – und seine Ortsvorsteherkollegen von Harmerz, Johannesberg, Zell und Zirkenbach tun es ebenso.

Weht überhaupt genug Wind?

Alle fünf Ortsvorsteher fürchten, dass für Windräder ein wichtiger Naherholungsraum für ihre Bürger geopfert wird und ein Rückzugsgebiet für geschützte Tiere wegfällt. Überdies seien die Windstärken im Gieseler Forst nicht so groß, dass Anlagen dort – wenn sie denn kämen – dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden könnten. Am Ende stünden womögliche Industrie-Ruinen in den Wäldern in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Auch Hügelgräber und die historische Alte Heeresstraße seien gefährdet, wenn Windräder im Gieseler Horst gebaut werden dürften.

„Hier wollen wir die Windräder nicht haben“


In der Bürgerschaft in den westlichen Stadtteilen herrsche bereits viel Unruhe wegen der möglicherweise kommenden Windflächen auf Neuhofer Gemeindegebiet. „Wir sind uns einig: Hier wollen wir die Windräder nicht haben“, sagt der Johannesberger Ortsvorsteher Erwin Stock. Wenn die jetzt drohenden Windkraftflächen erst einmal festgelegt seien, könnten sich die betroffenen Ortsteile auch nicht weiter entwickeln, sobald sie an die Grenze der 1000 Meter Mindestabstand zu den Windrädern stoßen. Betroffen hiervon ist insbesondere Istergiesel.

Die Ortsvorsteher sind auch deshalb so in Sorge, weil eine mögliche Variante der Starkstromtrasse Suedlink ebenfalls durch ihre Ortsteile geht. Sie streben an, dass sich die Stadt Fulda während der laufenden zweiten Offenlegung des Regionalplans eindeutig zu den Windkraftflächen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft äußert – mit einem klaren, ablehnenden Votum.