Sturm „Xavier“: Fuldaer Schüler sitzen kurz vor Hannover im Zug fest

07. Oktober 2017
Fulda

Zwei Tage nach dem starken Sturm über Norddeutschland fallen auch in Hessen weiter Züge aus oder werden umgeleitet. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat Lucian Hieret aus Hünfeld mit seiner Klasse in der Nähe von Hannover festgesteckt. Weiter ging es erst am Freitagmorgen, berichtet er.

Gegen 14.30 Uhr am Donnerstag ging es für Lucian und seine FOS-Maschinenbau-Klasse von der Ferdinand-Braun-Schule nicht mehr weiter. Sie waren auf Klassenfahrt in Hamburg und wollten am Donnerstagabend bereits in Fulda sein. Doch daraus wurde nichts. „Kurz vor Hannover hat sich der Zug nicht mehr bewegt“, erklärt Lucian Hieret.

Schuld daran war der Sturm „Xavier“. Relativ schnell wurde den Fuldaer Schülern klar, dass sie am Donnerstag wohl nicht mehr in Fulda ankommen würden. „Der Dönerladen in dem kleinen Ort, in dem wir festgesteckt haben, hat wahrscheinlich den Umsatz des Jahres gemacht“, erklärt Hieret. Fast alle Zuginsassen hätten sich dort etwas zu Essen gekauft.

Am Freitagmorgen – nach einer Nacht im Zug – kam dann die Erlösung: Ein großer Feuerwehrbus evakuierte nach und nach die Insassen und brachte sie an den Hannover Bahnhof. Von dort aus ging es schließlich in einem Sonderzug der Bahn nach Fulda.

Aber auch am Wochenende kommt es noch zu Umleitungen. Einige ICEs von Frankfurt nach Berlin würden über Fulda und Leipzig umgeleitet – diese Fahrt dauere rund zwei Stunden länger, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Samstag. Andere Züge, die eigentlich über Kassel-Wilhelmshöhe Richtung Berlin fahren sollten, fielen aus. „Wir kriegen nicht alle Züge durch die Umleitungsstrecke durch“, erklärte die Sprecherin. Der Weg von Frankfurt nach Hamburg sei aber wieder frei.

Auch Fernverkehrszüge auf zahlreichen anderen Strecken sind von den Nachwehen des Sturms betroffen. „Man muss mit Einschränkungen rechnen, weil wir die Züge derzeit nicht dort haben, wo sie normalerweise sind“, erklärte die Sprecherin.

Die Einsatzkräfte seien seit Donnerstag ununterbrochen draußen, um die Strecken freizuräumen. Es gab noch keine Prognose darüber, wann die Hauptachse nach Berlin wieder offen sein könnte. / dpa, lai