Tödlicher Verkehrsunfall in Tann: Verfahren eingestellt

02. Juli 2014
Tann

Gegen die Zahlung von 400 Euro ist am Mittwoch das Verfahren gegen eine 55-jährige Frau eingestellt worden, die im Juli 2013 einen Fußgänger zwischen Tann und Wendershausen angefahren hat. Der damals 23 Jahre alte Mann wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass er zehn Tage später starb. Die Frau geriet dabei in eine Situation, so Richter Christoph Mangelsdorf, „wo man nur beten kann, dass man nicht selbst hineingerät.“

Kurz vor dem Unfall hatte der 23-Jährige im Streit einen 19-Jährigen auf die Fahrbahn geschubst und war ihm dann auf die Straße nachgelaufen. Während der 19-Jährige sich retten konnte, wurde der 23-Jährige vom Auto der Angeklagten erfasst.

Eine wichtige Rolle in dem Verfahren spielte auch ein Golf, der in entgegengesetzter Richtung am Fahrbahnrand geparkt war: Darin warteten drei Freunde des 19-Jährigen. Eine zentrale Frage ließ sich gestern jedoch nicht klären: Hatte der Golffahrer das Fernlicht an, sodass die 55-Jährige so geblendet wurde, dass sie nicht rechtzeitig bremste? Möglich sei auch, so Gutachter Michael Katzer, dass der Autobesitzer das Abblendlicht seines Autos der „Ladung“ – drei Männer – nicht angepasst hatte.

„Sie hätten etwas vorsichtiger fahren können“, sagte der Richter gestern in seiner abschließenden Bemerkung, ging aber von geringer Schuld aus. Bei 67 Kilometer pro Stunde wäre der Unfall vermeidbar gewesen. Die 55-Jährige war 83 Kilometer pro Stunde gefahren. Es habe auch eine Mitverursachung durch die beiden Streitenden gegeben. / han