Josef Hasenauer kümmert sich um ältere Hühner und sucht Tierpaten

13. Januar 2018
Giesel

Auf einem kleinen Hof in Giesel kümmern sich Josef Hasenauer und seine Tochter Natalie um knapp 60 Hühner. Sie sollen dort frei leben – ohne den Zwang, Eier zu legen und ohne geschlachtet zu werden. Für das Projekt „Unser glückliches Huhn“ suchen sie Paten, um die Unkosten decken zu können.

Von unserem Redaktionsmitglied Corinna Hiss

Das Leben einer Henne in der Tierhaltung ist stark befristet. Meist werden sie nicht älter als zwölf Monate. „Dann lässt die Legeleistung nach – und sie sind nicht mehr zu gebrauchen“, erklärt Josef Hasenauer. Die Konsequenz: Sie landen beim Schlachter.

Doch dieses System ist dem 63-jährigen Gieseler zuwider. Schon immer hält er auf seinem kleinen Hof in der Schloßstraße ein paar Hühner. Manchmal legen sie Eier, manchmal auch nicht. Aber immer haben sie genügend Auslauf. Nach und nach reifte bei ihm und seiner Tochter Natalie die Idee, weitere Hühner aufzunehmen – solche, die in der industriellen Hühnerhalten nicht mehr die nötige Leistung bringen.

Kurz vor Weihnachten adoptierten die beiden 30 Hennen vom Tierschutzverein „Rettet das Huhn“, der ausgediente Legehennen an Privatpersonen vermittelt. „Es ist uns wichtig, dass die Hühner nicht nur als Eierspender angesehen werden, sondern auch artgerecht gehalten werden. Sie sollen ein glückliches Leben haben, daher auch der Name unseres Projekts“, beschreibt Hasenauer.

Der Unterschied zwischen den adoptierten Legehennen und den Hühnern, die schon immer auf dem Gieseler Hof lebten, ist deutlich sichtbar. Viele der neuen Hennen haben kaum noch Federn, sie sind scheu und schreckhaft. „Früher standen sie eng an eng in der Legebatterie. Aus lauter Stress rupften sich die Tiere gegenseitig die Federn aus“, sagt Hasenauer.

In Giesel leben die Hennen nun in einem Hühnermobil. Dafür haben die Hasenauers mehr als 10.000 Euro investiert. Das fahrbare Heim hat den Vorteil, dass es versetzt werden kann, wenn die Hennen alles Gras um sich herum kahl gefressen haben. Dann fährt Josef Hasenauer das Hühnermobil an einen anderen Platz, wo es wieder saftiges, frisches Grün gibt.

Dreimal am Tag besucht Hasenauer seine Hühner, um sie mit Bio-Legemehl zu füttern und um zu schauen, ob sie ein Ei gelegt haben. „Unsere Hühner haben keine Pflicht, Eier zu legen“, sagt Hausenauer schmunzelnd. „Aber wenn sie es tun, freuen wir uns.“

Doch die Haltung der Tiere kostet Geld. Für Futter, Geräte und die Refinanzierung des Hühnermobils rechnen Hasenauer und seine Tochter bei 50 Hühnern mit Unkosten von 750 Euro im Monat. Daher suchen sie Freiwillige, die eine Huhn-Patenschaft übernehmen. „Für 15 Euro im Monat und mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr kann jeder Pate werden“, sagt Hasenauer. Er selbst kümmert sich um die artgerechte Haltung, die Paten bekommen die Eier, die die Hühner legen – rund drei bis sechs pro Woche. Sie können im Hof in Giesel abgeholt werden. Geplant ist, dass es auch in einem Fuldaer Supermarkt eine Abholstation geben soll.

Bislang haben die Hasenauers acht Paten für ihre knapp 60 Hühner gefunden. Über weitere Interessierte freuen sie sich. „Uns geht es nicht darum, viele Eier zu bekommen. Wichtiger ist, dass die Hühner zufrieden sind“, sagt Hasenauer.

Wer Interesse hat, eine Huhn-Patenschaft zu übernehmen, der kann sich bei Josef Hasenauer melden, Telefon (0661) 45221, oder bei Natalie Hasenauer, Telefon (0176) 97675681. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.unser-glueckliches-huhn.de.