Vor Schlachter gerettet: Gnadenhof-Besitzer Matthias Jehn nimmt seltene Vierlings-Kälbchen auf

19. Oktober 2017
Heubach

Auf seinem Gnadenhof „Lebensfroh“ in Kalbach-Heubach nimmt Matthias Jehn seit rund einem Jahr Tiere auf, die sonst beim Schlachter gelandet wären. Derzeit freut sich der 63-jährige Landwirt über ganz besonderen Zuwachs. Seit vier Wochen kümmert er sich um Vierlings-Kälbchen und deren Muttertier.

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt

Matthias Jehn hat sich entschieden, keine Tiere mehr zu schlachten. Stattdessen versorgt der Heubacher seit August 2016 Rinder und andere Masttiere, deren Schicksale eigentlich schon besiegelt waren. Auch die vier Kälber Leo, Elian, Nelli und Ronja gehören zu einer Mast-Rasse und hätten früher oder später auf dem Teller landen sollen.

Die Vierlinge wurden im Juli auf einem Bauernhof im Allgäu geboren. Ihr Besitzer brachte es allerdings nicht übers Herz, sie dem üblichen Kreislauf der Fleischproduktion zu überlassen, denn eine Vierlings-Geburt bei Rindern ist sehr selten. Aus diesem Grund wollte der Allgäuer die Tiere nicht schlachten lassen. „Solch eine Vierlings-Geburt passiert so gut wie nie. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei eins zu elf Millionen“, fügt Jehn hinzu, und freut sich über seine neuen Schützlinge.

Statt sie zu mästen, entschied sich der Allgäuer Landwirt dazu, die Kälber-Vierlinge an den Tierschutzverein Rüsselheim zu vermitteln. Der Verein gab die Kälbchen schließlich in die Obhut von Matthias Jehn. „Ohne den Tierschutzverein könnte ich die Tiere nicht versorgen. Die Jungtiere würden sonst beim Schlachter landen“, ist sich Jehn sicher.

Vor Schlachter gerettet: Gnadenhof-Besitzer Matthias Jehn nimmt seltene Vierlings-Kälbchen auf

Der Verein Rüsselheim hat es sich zur Aufgabe gemacht, Rindern und Schweinen ein erfülltes Dasein zu ermöglichen. So kauft der Tierschutzverein Tiere, die sonst geschlachtet werden würden, und übergibt sie an Landwirte wie Matthias Jehn, die sich gut um sie kümmern.

Um die Tiere freizukaufen und sie angemessen pflegen sowie füttern zu können, ist der Tierschutzverein auf Spendengelder in Form von Patenschaften angewiesen. Inzwischen konnten laut Jehn, der mittlerweile Vegetarier ist, rund 800 Tiere gerettet werden. Der Gnadenhof in Heubach beheimatet derzeit 180 Tiere, von denen etwa 60 noch ohne Patenschaft sind.

Der Tierschutzverein Rüsselheim und Matthias Jehn wollen in Zukunft weitere Tiere retten und freuen sich über jede Spende. Ab fünf Euro monatlich kann man bereits eine Teilpatenschaft übernehmen und die Tiere ein Mal im Monat beim Patentreffen besuchen. „Jedes Lebewesen hat das Recht auf Leben“, sagt Jehn.

Weitere Informationen zum Tierschutzverein Rüsselheim gibt es im Internet unter www.ruesselheim.com.
Spendenkonto: Rüsselheim e.V., IBAN: DE95720501010030207864, BIC: BYLADEM1AU