Weniger Tormöglichkeiten als erwartet: Lehnerz bietet der Eintracht Paroli

06. Oktober 2017
Fulda

3800 Zuschauer sorgten für einen würdigen Rahmen beim Gastspiel von Bundesligist Eintracht Frankfurt in der Fuldaer Johannisau. Und die freuten sich, ob Eintracht-Fan oder nicht, über eine couragierte Vorstellung von Sparringspartner TSV Lehnerz.

Von unserem Redaktionsmitglied Harry Wagner

Denn der Hessenliga-Spitzenreiter hielt mehr als eine Stunde lang ein 0:0, ehe er dann, als die Wechselspielchen begannen, binnen 15 Minuten drei Gegentreffer kassierte und mit 0:3 (0:0) immer noch ehrenvoll unterlag.

Daichi Kamada (66.), Sebastien Haller (73.) und Branimir Hrgota (81.) erzielten die Tore für den Bundesliga-Achten, der inclusive Ersatztorhüter 17 Spieler mit nach Fulda gebracht hatte. Mehr Manpower hatten die Lehnerzer, die 22 Spieler auf dem Spielberichtsbogen hatten – und auch alle einsetzten.

Solange die Stammformation von Coach Marco Lohsse auf dem Feld war, hatte die Eintracht einen schweren Stand. Und bevor Kamada den Bann brach, hätte Lehnerz gut und gerne in Führung gehen können. In der 12. Minute lenkte Eintracht-Keeper Jan Zimmermann einen Kracher von Marcel Trägler an dessen alter Wirkungsstätte an den Pfosten.

Nach der Pause waren Wollny (53.), dessen Schuss aus neun, zehn Metern noch von einem Frankfurter Abwehrbein knapp vorbeigelenkt wurde, und Schaaf mit einem Volleyschuss nach Wollnys Flanke (59.), dem 1:0 sehr nahe.

Dann kam Boateng, anschließend Haller, und es wurde deutlich, dass die Eintracht – natürlich – mehr Qualität nachlegen konnte, auch wenn ein Dutzend Spieler verletzt oder durch die Länderspieleinsätze am Wochenende verhindert war und ist.

Kamada netzte in der 66. Minute nach einer scharfen Hereingabe von Besuschkow ein, sechs Minuten später das Highlight des Spiels: Eine Flanke Blums jagte der eingewechselte Haller per Seitfallzieher ins Netz von Bayar, der nach der Pause für Kaiser das TSV-Tor hütete.

Der Treffer der neuen Nummer 9 der Eintracht war nahezu eine Kopie seines Siegtreffers zuletzt in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. Hrgota baute die Führung für die Profis nach einem Ballverlust der Lehnerzer in der Vorwärtsbewegung dann noch aus.

Am Ende also hieß es 3:0, doch so richtig herzerwärmend war der Auftritt der Eintracht nicht, die doch spielerisch einiges schuldig blieb. Zu sehr spulte das Gros der Mannschaft einen doch eher routinierten Auftritt ab – wer allerdings etwas anderes erwartet hatte, setzte womöglich auch zu viele Hoffnungen in die Partie.

Für die Anhänger des TSV Lehnerz war das Spiel vor allem unter dem Aspekt interessant, zu beobachten, wie lange die Stammformation dem großen Favoriten würde Paroli bieten können. Erstaunlich lange, das war das Fazit. Und das hatten die Lehnerzer vor allem einer bärenstarken Leistung von Kapitän Patrick Schaaf zu verdanken.

Aber auch dem umsichtigen und ballsicheren Spiel der Innenverteidiger Nikola Milankovic und Sebastian Sonnenberger war geschuldet, dass die Adlerträger zu weniger Tormöglichkeiten als erwartet kamen.

Lehnerz: Kaiser (46. Bayar) – Odenwald (79. Rummel), Milankovic (79. Dücker), Sonnenberger (79. Ruppel), Pecks (79. Gemming) – Schaaf (79. Milenkovski), Youm (79. Göbel) – Bravo-Sanchez (68. Vilmar), Sarvan (68. Sternstein), Strangl (46. Wollny) – Trägler (46. Mistretta).

Frankfurt: Zimmermann (46. Bätge) – Wolf (68. Chandler), Russ (75. Abraham), Falette (75. Knothe), Tawatha – Medojevic (60. Boateng) – Blum (68. Haller), Besuschkow, Kamada, Willems – Hrgota.

Einen noch ausführlicheren Bericht sowie Reaktionen der Spieler und vieles mehr lesen Sie morgen auf einer Panorama-Seite in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im E-Paper.